Kirchen ehren in Buchenwald von Nazis ermordete Geistliche

Kirchen ehren in Buchenwald von Nazis ermordete Geistliche
Mit einem ökumenischen Gottesdienst haben die Kirchen in Weimar am Donnerstag an die Ermordung von Geistlichen durch Nationalsozialisten im Konzentrationslager Buchenwald erinnert.

Am 74. Todestag des evangelischen Pfarrers Paul Schneider gedachten Vertreter beider Kirchengemeinden in der KZ-Gedenkstätte auch des katholischen Priesters Otto Neururer, der ein Jahr danach in dem Lager bei Weimar ermordet wurde.

Schneider kam am 18. Juli 1939 als eines der ersten "Blutopfer" der Bekennenden Kirche durch brutale Misshandlung und eine Überdosis Strophantin in Buchenwald ums Leben. Der 1897 geborene Theologe wurde wegen seiner konsequenten Ablehnung des NS-Regimes 1937 in dem Konzentrationslager nahe der Thüringer Kulturstadt inhaftiert.

Vorausgegangen waren Auseinandersetzungen innerhalb seiner evangelischen Landeskirche im Rheinland und Gestapo-Haft in Koblenz. In Buchenwald wurde er im berüchtigten Bunker im Torgebäude inhaftiert, weil er sich weigerte, die Nazi-Fahne zu grüßen. Aus seiner Zelle wandte er sich wiederholt an die Mitgefangenen auf dem Appellplatz und sprach ihnen Mut zu.

Der Tiroler Priester Otto Neururer (1882-1940) wurde von der Gestapo verhaftet, nachdem er 1938 in Götzens bei Innsbruck die Trauung eines NSDAP-Mitglieds mit einer Frau aus seiner Gemeinde abgelehnt hatte. 1939 wurde er zunächst im KZ Dachau und später in Buchenwald inhaftiert.

Wegen Seelsorge unter Mithäftlingen kam er im Mai 1940 ebenfalls im Bunker in Arresthaft. In seiner Zelle wurde er von der SS an den Fußgelenken aufgehängt, bis nach 34 Stunden Todeskampf am 30. Mai der Tod eintrat. 1996 sprach ihn Papst Johannes Paul II. selig.

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