Historisches TV-Kandidaten-Karussell in Kenia

Historisches TV-Kandidaten-Karussell in Kenia
Kenia hat seine erste Fernsehdebatte mit Präsidentschaftskandidaten erlebt. Drei Wochen vor der Wahl folgten am Montagabend Millionen Zuschauer der Talk-Show mit acht Bewerbern, die live von allen Fernseh- und Radiosendern sowie im Internet auf youtube übertragen wurde. Obwohl ein Schlagabtausch ausblieb, gilt das Event als historisch: Ein erster Versuch, Wähler durch politische Argumente zu überzeugen, statt ausschließlich die Stimmen der eigenen Ethnie zu sammeln.

Die beiden Favoriten im Rennen um die Präsidentschaft - Regierungschef Raila Odinga und sein Stellvertreter Uhuru Kenyatta - tauschten Höflichkeiten aus und bezeichneten sich als Brüder. Die acht Kandidaten mussten sich an strenge Zeitvorgaben halten und antworteten nacheinander auf die Fragen, ohne dass sie einander ansprechen oder miteinander diskutieren konnten. Odinga liegt in den Umfragen leicht vorn. Gewählt wird am 4. März.

Nach der Wahl Ende 2007 war es im Streit um das Wahlergebnis zu wochenlangen Unruhen zwischen Volksgruppen gekommen. Kenyatta soll deshalb vor Gericht. Gegen ihn und seinen Vize-Mitbewerber, Ex-Bildungsminister William Ruto, will der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag am 10. April eröffnen. Das wäre vor einer möglichen Stichwahl.

Die Anklage wirft ihnen und zwei weiteren Verdächtigen vor, die Ausschreitungen 2007/08 geschürt zu haben. Kenyatta und seine Mitangeklagten sollen für Morde, Vergewaltigungen und Vertreibungen verantwortlich sein. Mehr als 1.000 Menschen waren damals ums Leben gekommen. 300.000 wurden vertrieben.

Unter Vermittlung des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kofi Annan einigten sich die Kontrahenten von damals, Mwai Kibaki und Odinga, auf eine Machtteilung. Kibaki blieb Staatschef - er darf nun nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.

Meldungen

Top Meldung
Konfessioneller Religionsunterricht der Ethikunterricht werden weniger unterrichtet
Bundesweit sinkt der Anteil der Mädchen und Jungen, die an einer Schule Religionsunterricht erhalten. Im Detail sind die Entwicklungen in den Bundesländern verschieden.