Gedenkstätte Sachsenhausen erinnert an Entlassungen aus Speziallager

Gedenkstätte Sachsenhausen erinnert an Entlassungen aus Speziallager
Die Gedenkstätte Sachsenhausen erinnert ab Herbst mit einer Sonderausstellung an die umfangreichen Entlassungen von Häftlingen aus den sowjetischen Speziallagern vor 65 Jahren.

Im Mittelpunkt der Schau stehe neben der Situation der Inhaftierten die Arbeit der sowjetischen Überprüfungskommission, die über die Entlassungen zu entscheiden hatte, teilte die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten am Dienstag in Oranienburg mit. Damit sollten Einblicke in das Denken der Besatzungsbürokratie ermöglicht werden.

1948 sei ein Schlüssel- und Umbruchsjahr der deutschen Nachkriegsgeschichte gewesen, das auch erhebliche Auswirkungen auf die Internierungspraxis in den Speziallagern hatte, hieß es. So seien im Juli und August vor 65 Jahren in der gesamten sowjetischen Besatzungszone (SBZ) rund 28.000 Menschen aus den Lagern entlassen worden.

"Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit"

In der Ausstellung sollen auch der politische Hintergrund des Jahres 1948 mit dem Beginn des Kalten Krieges, der sowjetischen Berlin-Blockade, der Währungsreform und dem offiziellen Ende der Entnazifizierung in der SBZ in den Blick genommen werden. Auch die Auswirkungen der Entlassungswelle, die unter anderem zur Gründung der "Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit" geführt habe, werden dokumentiert. Die Gruppe unterstützte von West-Berlin aus Aktionen gegen die sowjetische Besatzungsmacht und später auch gegen die DDR.

Die Dokumentation wird von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur mit rund 20.000 Euro finanziert, teilte die Stiftung weiter mit. Beantragt waren zwischen 40.000 und 50.000 Euro.

Zwischen 1945 und 1950 gab es im Osten Deutschlands zunächst zehn und ab 1948 noch drei sowjetische Speziallager unter anderem in den ehemaligen NS-Konzentrationslagern Sachsenhausen und Buchenwald. In Sachsenhausen waren insgesamt rund 60.000 Menschen inhaftiert, von denen rund 12.000 ums Leben kamen.

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