Afrikanische Staaten sagen fast 8.000 Soldaten für Mali zu

Afrikanische Staaten sagen fast 8.000 Soldaten für Mali zu
Vor dem Beginn des Gipfeltreffens der Afrikanischen Union am Sonntag haben AU-Mitgliedsstaaten fast 8.000 Soldaten für den Militäreinsatz in Mali in Aussicht gestellt.

Währenddessen dringen französische und afrikanische Soldaten immer weiter auf das bisher von den Islamisten kontrollierte Gebiet in Mali vor. Nach der Einnahme der Stadt Gao am Samstag berichtet der französische Sender RFI am Sonntag von der Bombardierung Kidals, der Hochburg der Islamistischen Gruppe Ansar Dine. Dabei sei auch das Haus des Ansar-Dine-Führers Iyad Ag Ghali getroffen worden.

Die bislang ungeklärte Finanzierung der internationalen Unterstützungsmission für Mali (MISMA) scheint sich ebenfalls zu konkretisieren. Die Gesamtkosten werden auf 700 Millionen Dollar geschätzt. Wie der französische Sender RFI am Samstag berichtete, sagen immer mehr Staaten Mittel zu. So habe Japan 100 Millionen Dollar versprochen, Deutschland einen "beträchtlichen Beitrag" in Aussicht gestellt. Nach RFI-Informationen ist sogar von finanziellen Beiträgen Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate die Rede.

Steht die Einnahme Timbuktus bevor?

Am Samstag nahmen französische und malische Truppen die Stadt Gao ein. Nach Angaben des französischen Verteidigungsministeriums waren daran auch Truppen aus dem Niger und dem Tschad beteiligt. Sie sollen nun die Kontrolle in Gao übernehmen. Die Stadt war bislang eine Hochburg der Islamisten. Sie liegt am Niger-Fluss und ist etwa 1.200 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt. Anwohner berichteten, viele Islamisten seien schon vor Tagen aus Gao geflohen.

Nun könnte auch die Einnahme der historischen Stadt Timbuktu kurz bevorstehen. Der französische Regierungschef Jean-Marc Ayrault erklärte am Samstag, französische und malische Soldaten würden die Oasenstadt bald erreichen. Timbuktu wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe gelistet. Eine der islamistischen Gruppen, die Ansar Dine, zerstörte dort zahlreiche Mausoleen islamischer Heiliger und löste damit weltweite Empörung aus.

Währenddessen nimmt die Internationale Unterstützungsmission für Mali (MISMA) der Gemeinschaft der Westafrikanischen Staaten (ECOWAS) konkretere Formen an. Nach bisherigen Überlegungen sollte die MISMA eine Stärke von 3.300 Mann haben. Der UN-Sicherheitsrat erteilte im Dezember nach langem Zögern ein entsprechendes Mandat. Am Samstag forderte der AU-Sicherheitsrat die Vereinten Nationen auf, ein neues Mandat für eine größere Truppe zu erteilen. Außerdem bat das Gremium dringend um finanzielle Unterstützung und um Transportkapazitäten für die Verlegung der Truppen.

Bislang ist erst ein kleiner Teil der afrikanischen Kontingente vor Ort, laut BBC sind es 1.700 Soldaten, außerdem 2.500 Franzosen. Insgesamt sind etwa 3.700 französische Soldaten an der  "Opération Serval" beteiligt.

Die USA verstärken ihre Unterstützung für den Einsatz in Mali. Wie das Verteidigungsministerium nach einem Bericht der "New York Times" (online) am Samstag mitteilte, sollen amerikanische Tankflugzeuge französische Kampfjets mit Treibstoff beliefern. Bislang hatten sich die USA darauf beschränkt, Frankreich mit Geheimdienstinformationen zu versorgen und eine französische Schützenpanzereinheit nach Mali zu fliegen.

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