Menschenrechtsbeauftragter verlangt Freilassung von Ahwazi-Arabern in Iran

Menschenrechtsbeauftragter verlangt Freilassung von Ahwazi-Arabern in Iran
Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP), hat die Aufhebung der Todesurteile gegen Minderheiten-Angehörige in Iran gefordert.

"Die drohenden Hinrichtungen von fünf Angehörigen der arabischen Ahwazi-Minderheit in Iran erfüllen mich mit größter Besorgnis", erklärte Löning am Donnerstag in Berlin. Die Todesurteile seien in intransparenten Verfahren verhängt worden. Dies sei inakzeptabel und menschenverachtend. Die Verurteilten müssten unverzüglich frei gelassen werden, verlangte Löning.

Die Ahwazi-Araber, heimisch im Südwesten Irans, sind hauptsächlich schiitische Muslime. Sie werden in Iran in nahezu allen Lebensbereichen diskriminiert. Die fünf verurteilten Männer Mohammad Ali Amouri, Sayed Jaber Alboshoka, Saced Mokhtar Alboshoka, Hashem Sha?bani Amouri und Hadi Rashidi sind nach Lönings Angaben Mitglieder des arabischen Kulturinstituts in Ramshir und haben sich für mehr Rechte für ihre Minderheit engagiert.

Im Juli 2012 waren sie dafür wegen "Feindschaft zu Gott und Verdorbenheit auf Erden", "Verabredung zu einer Straftat gegen die nationale Sicherheit" und "Verbreitung von Propaganda gegen das System" verurteilt worden. Der Oberste Gerichtshof hatte vor kurzem die Todesurteile bestätigt. In Haft sitzen die Männer seit April 2011. Sie waren vor dem Jahrestag der Proteste von Ahwazi-Arabern im April 2005 festgenommen worden. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International geht davon aus, dass die Männer gefoltert wurden.

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