Präses Schneider: Politiker sollten nicht nur "nach Wahlerfolgen hungern"

Präses Schneider: Politiker sollten nicht nur "nach Wahlerfolgen hungern"
Anlässlich der Konstituierung des saarländischen Landtags hat der rheinische Präses Nikolaus Schneider vor einem übersteigerten Hunger nach Wahlerfolgen und parteipolitischen Siegen gewarnt.

Der aus Fußballstadien bekannte Ruf 'Wir wollen Sieger sehen' setze auch Politiker gewaltig unter Druck, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)  laut Predigttext am Dienstag in Saarbrücken im Ökumenischen Gottesdienst. An der Feier vor der neuen Legislaturperiode in der Pfarrkirche Christkönig wirkte auch der Speyerer katholische Bischof Karl-Heinz Wiesemann mit.

Auch wer "diesmal oder wieder nicht" zu den Siegern gehöre, muss laut Schneider nicht verzagen und verbittern. "Wir haben mit unserem Glauben keine Erfolgsgarantie abonniert." Gottes Wort öffne den Blick für das Unsichtbare und relativiere die "Logik des sichtbaren Erfolgs", auch in der Politik, sagte Schneider. Der Gewinn sei "eine befreiende Distanz zu den Konventionen und vorgeblichen Sachzwängen" und ein Ende des Nachdenkens, "wie wir uns, unser Wirken und unsere Politik am besten 'verkaufen' können". Gott gebe Kraft, täglich neu nach Idealen, Hoffnungen und Visionen zu fragen und nach Frieden und Gerechtigkeit zu suchen.

Im Saarland sind knapp zwei Drittel der rund eine Million Einwohner katholisch, etwa ein Fünftel ist evangelisch. Der überwiegende Teil der Protestanten gehört zur Evangelischen Kirche im Rheinland mit Sitz in Düsseldorf, ein kleinerer Teil zur Evangelischen Kirche der Pfalz (Speyer). Die Katholiken gehören den Bistümern Trier und Speyer an.

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