Streit um Gagarin-Bild in polnischer Kirche

Streit um Gagarin-Bild in polnischer Kirche
Das Fresko zeigt den Kreuzweg Jesu begleitet von Gagarin, Rotarmisten und einem lokalen Parteifunktionär als Pontius Pilatus.

In Polen soll ein Bild von Juri Gagarin (1934-1968) aus einer katholischen Kirche verschwinden. Der sowjetische Kosmonaut und erste Mensch im All ist in der westpolnischen Gemeinde Chojnow auf einem Wandgemälde aus dem Jahr 1970 zu sehen. Das Fresko im Stil des Sozialistischen Realismus zeigt den Kreuzweg Jesu begleitet von Gagarin, Rotarmisten und einem lokalen Parteifunktionär als Pontius Pilatus. Nach einem Bericht der "Gazeta Wyborcza" vom Mittwoch will der zuständige Prälat das Fresko weiß übermalen lassen. Gemeindemitglieder laufen dagegen Sturm.

Das Gemälde sei "nicht mit dem kirchlichen Kunstkanon vereinbar", erklärte Prälat Tadeusz Jurek. Gemeindemitglieder sehen das anders. Sie haben bislang 200 Unterschriften gesammelt, um eine Übermalung zu verhindern. Freunde des Bildes stellten bereits einen Antrag, das Werk ins nationale Register für Kunstwerke aufzunehmen. Polnischen Medien zufolge muss darüber Kulturminister Bogdan Zdrowjewski entscheiden. Das Fresko stammt von dem polnischen Künstler Piotr Wroblewski. Den Angaben zufolge hatte er sich in Mexiko von der dortigen Maltradition beeinflussen lassen, die politische und biblische Motive vermischt. 

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