Vatileaks-Affäre: Kardinalskommission legt Papst Ergebnisse vor

Vatileaks-Affäre: Kardinalskommission legt Papst Ergebnisse vor
Die mit der Aufklärung der Vatileaks-Affäre beauftragte Kardinalskommission hat Papst Benedikt XVI. die Ergebnisse ihrer Untersuchung vorgelegt. Wie der Vatikan am Freitag weiter mitteilte, informierten die drei Kurienkardinäle Julian Herranz, Joseph Tomko und Salvatore De Giorgi das Kirchenoberhaupt bei einer persönlichen Begegnung über ihre Schlussfolgerungen. Vatikansprecher Federico Lombardi kündigte eine Entscheidung im Fall des bislang einzigen offiziellen Verdächtigen an.

Ob Anklage gegen den ehemaligen Kammerdiener des Papstes, Paolo Gabriele, erhoben wird oder die Vorwürfe fallen gelassen werden, soll Anfang der übernächsten Woche bekanntgegeben werden. Gabriele steht nach rund 50 Tagen Untersuchungshaft derzeit unter Hausarrest im Vatikan. In seiner Wohnung hatten die Ermittler mehrere Kartons mit vertraulichen Dokumenten aus dem päpstlichen Arbeitszimmer sichergestellt.

Näheres über die Untersuchungsergebnisse teilte der Vatikan nicht mit. Benedikt habe den Beteiligten bei dem Treffen am Vortag für ihr Engagement gedankt. Gleichzeitig habe er die vatikanische Staatsanwaltschaft aufgefordert, ihre Arbeit fortzusetzen.

Strafrechtliche Ermittlungen

An der Begegnung zwischen Benedikt und der Kardinalskommission in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo bei Rom nahmen nach Angaben des Vatikans am Donnerstag auch der für die strafrechtlichen Ermittlung zuständige Untersuchungsrichter Antonio Bonnet, der Privatsekretär des Papstes, Georg Gänswein, Kurienerzbischof Angelo Becciu und der neue päpstliche Medienberater Greg Burke teil.

Die Veröffentlichung interner Vatikanpapiere, die unter dem Begriff Vatikeaks zusammengefasst wird, sollte Medienberichten zufolge unter anderem Korruption und Vetternwirtschaft an der Kirchenspitze aufzeigen. Dagegen bezichtigte Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone die Verantwortlichen des Vatileaks-Skandals jüngst, Konflikte in der Entourage von Papst Benedikt XVI. schüren zu wollen. Er bezeichnete die Veröffentlichung vertraulicher Dokumente in einem Interview als "Versuch, Spaltungen zwischen dem Heiligen Vater und seinen Mitarbeitern sowie unter diesen" zu schaffen.
 

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