Islamischer Religionsunterricht in Hessen rückt näher

Islamischer Religionsunterricht in Hessen rückt näher
In Hessen rückt die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts näher. Alle vier islamwissenschaftlichen und kirchenstaatsrechtlichen Gutachten, die das Land in Auftrag gegeben habe, seien positiv ausgefallen, teilten Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn und Kultusministerin Nicola Beer (beide FDP) am Dienstag in Wiesbaden mit. Die hessische Landesregierung will den islamischen Religionsunterricht zum Schuljahr 2013/2014 einführen.

Als Ansprechpartner für den Staat kommen nach Angaben von Kultusministerin Beer die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) und die Ahmadiyya-Gemeinde infrage. Beide erfüllten die Voraussetzungen, da sie Religionsgemeinschaften im Sinne des Grundgesetzes seien, betonte Beer. Die Anträge von DITIB und Ahmadiyya-Gemeinde müssten jetzt mit der gebotenen Sorgfalt geprüft werden. Bisher bieten nur Aleviten einen islamisch-konfessionellen Religionsunterricht an einzelnen Grundschulen in Hessen an.

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Der Islamunterricht solle auf Deutsch stattfinden und zunächst von bereits beschäftigten Lehrern islamischer Religionszugehörigkeit erteilt werden, sagte Integrationsminister Hahn. Diese erhielten für den Religionsunterricht eine Weiterbildung. Mittelfristig baue das Land auf Absolventen des im vergangenen Jahr gegründeten Zentrums für Islamische Studien an den Universitäten Frankfurt und Gießen, erklärte Hahn.

Auch andere Bundesländer planen einen islamischen Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach. So will etwa Nordrhein-Westfalen einen Islam-Unterricht ab dem Schuljahr 2012/2013 und Niedersachsen ab dem Schuljahr 2013/2014 stufenweise einführen. Hierfür soll in beiden Ländern ein Beirat als Ansprechpartner für den Staat eingerichtet werden. Der hessische Integrationsminister Hahn hatte demgegenüber diese Beiratslösung wiederholt als verfassungswidrig abgelehnt.