EKD will Fehler mit Kirchen im Osten aufarbeiten

Demonstrierende in Leipzig im Jahr 1989
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Nach dem Fall der Mauer war die Verantwortung westlicher Kirchen groß - doch nicht immer verlief das Zusammenwachsen vorbildlich.
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EKD will Fehler mit Kirchen im Osten aufarbeiten
Kaum Wertschätzung, Verstrickungen mit der SED oder Organen der Staatssicherheit: Westliche Kirchen haben nach dem Mauerfall der Wiedervereinigung zum Teil geschadet. Eine Aufarbeitung könnte helfen, auch aktuelle Missstände zu verbessern.

Zum 37. Jahrestag des Mauerfalls am Montag geht die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) selbstkritisch mit ihrem Umgang mit den Kirchen im Osten Deutschlands nach der Wiedervereinigung ins Gericht. Aus der historischen Distanz werde deutlich, dass die besonderen Charakteristika der Kirche im Osten im Vereinigungsprozess zu wenig wahrgenommen worden seien, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten "Wort" des Rates der EKD.

Vor allem habe es an Wertschätzung dafür gefehlt, wie im Osten Kirchen zu Orten geworden seien, an denen "Christinnen und Christen der christlichen und politischen Freiheit trotz widriger Umstände immer wieder Raum gegeben haben". Das habe zu Enttäuschungen und Verletzungen geführt, heißt es im Papier. Die EKD kündigt Aufarbeitung an. Es soll eine Ansprechstelle eingerichtet werden für Menschen, die von Unrecht in der Kirche betroffen waren.

Ein besonderes Augenmerk der Aufarbeitung solle zudem auf der Verantwortung westdeutscher Landeskirchen liegen. "Neben Fragen nach Verstrickungen mit der SED-Politik und dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) in den westlichen Landeskirchen ist auch der Umgang mit ausgereisten kirchlichen Mitarbeitenden und insbesondere deren Ordinationsrechten zu thematisieren", heißt es im Papier.

Engagement innerhalb der Zivilgesellschaft

Für ein weiteres Feld der Aufarbeitung sieht die EKD auch ein aktuelles Interesse: Es soll untersucht werden, ob und wie Kirchen auch im Osten innerhalb der Zivilgesellschaft engagiert waren beziehungsweise sind "und welche Erkenntnisse daraus für die gegenwärtige politische Situation gewonnen werden können". Die evangelische Kirche hat in jüngerer Zeit zunehmend den Schulterschluss mit Nichtregierungsorganisationen gesucht, um sich für bestimmte Interessen einzusetzen.

Das Papier soll den Angaben zufolge in die Beratungen für die anstehende EKD-Synode aufgenommen werden. Sie tagt von Sonntag bis Mittwoch in Würzburg.