Das Feuer in Hürtgenwald in der Eifel ist eingedämmt, der Schreck sitzt bei den Anwohnern noch tief und einige machen sich Gedanken darüber, ob und wie der Brand hätte verhindert werden können. So auch der rheinische Präses Thorsten Latzel. Er schrieb auf Instagram, Umweltverbände sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hätten vor Szenarien mit Bränden in ganz Europa, Hitzetoten und Wasserknappheit gewarnt.
"Die Klimapolitik muss konsequent neu ausgerichtet werden - sie ist kein 'nice to have' je nach Haushaltslage oder parteipolitischer Sicht", erklärte der leitende Theologe der zweitgrößten evangelischen Landeskirche. Er sei in Gedanken und im Gebet bei den Menschen, die ihre Häuser hätten verlassen müssen.
Am Samstag hatten NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) das zentrale Lagezentrum besucht, mit Rettungs- und Einsatzkräften gesprochen und ihnen für ihre Arbeit gedankt. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) geht davon aus, dass der große Brand im Hürtgenwald von Menschen verursacht wurde. "Das Feuer ist entstanden durch irgendeinen Idioten", sagte Reul laut einem Bericht der Welt am Samstag bei einem Besuch der Einsatzkräfte vor Ort.
Insgesamt habe sich die Lage aber "deutlich entspannt, auch wenn der Waldbrand nicht komplett gelöscht ist", teilte der Kreis Düren am Samstagabend mit. Die Bewohner des Ortsteils Gey, die Donnerstagnacht evakuiert worden waren, könnten zurück in ihre Häuser und Wohnungen. Aktuell seien noch rund 1.600 Einsatzkräfte vor Ort, die Löscharbeiten würden auch in den weiteren Tagen noch anhalten, heißt es. "Die Flammen konnten an einer weiteren Ausbreitung gehindert werden und wurden entsprechend eingegrenzt."
Bis zu 1.800 Einsatzkräfte beteiligt
Der Aachener katholische Bischof Helmut Dieser lobte die Rolle der freiwilligen Helfer. Wir können die gesellschaftliche Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren und alle Hilfsorganisationen und des Ehrenamts nicht hoch genug einschätzen", sagte er laut Bistum Aachen am Samstag, als er sich zusammen mit Wüst und Neubauer ein Bild der Lage machte.
Das Feuer war am Donnerstagabend ausgebrochen. War anfangs nur eine Waldfläche von etwa 25 Hektar betroffen, breiteten sich die Flammen laut Kreis Düren auf rund 300 Hektar aus. Der Ortsteil Gey war evakuiert worden. In der Spitze waren nach Angaben des Kreises 1.800 Kräfte aus ganz Deutschland und dem Ausland bei den Löscharbeiten aus der Luft und am Boden im Einsatz. Neben Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr, Hilfsorganisationen wie THW, Malteser, Johanniter und dem Deutschen Roten Kreuz hätten sich auch viele freiwillige Helfer beteiligt, insbesondere Landwirte.
Stadt Monschau bereitet Evakuierung vor
Derweil war am Freitag ein Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn ausgebrochen, dort brennt auch das Torfmoor. In der Nacht zu Sonntag meldete die Stadt Monschau auf ihrer Internetseite, dass sich die Feuerfront noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt befinde. Die belgischen Behörden hätten die Evakuierung der unmittelbar westlich an Kalterherberg angrenzenden Ortschaft Küchelscheid angeordnet.
Die Feuerwehr Monschau sei im Vollalarm und erkunde fortlaufend den eventuell betroffenen Bereich. Vorsorglich würden Löschmaßnahmen vorbereitet, damit im Falle eines Überspringens des Feuers auf deutsches Gebiet unmittelbar mit den Löscharbeiten begonnen werden könne, hieß es. Wegen der Rauchbelastung wurden Bürger mehrerer Ortsteile aufgefordert, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen.



