Unionspolitikerin: Leihmutterschaft im Ausland unter Strafe stellen

CDU-Fahne am Konrad Adenauer Haus in Berlin-Tiergarten
Fabian Sommer / dpa
Die Unionspolitikerin Anne König fordert ein Verbot von Leihmutterschaft im Ausland und stellt sich damit gegen ihren Parteifreund Jens Spahn.
Nach Spahn-Skandal
Unionspolitikerin: Leihmutterschaft im Ausland unter Strafe stellen
Die familien- und frauenpolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Anne König, möchte Leihmutterschaften im Ausland unter Strafe stellen. Der ehemalige Vorsitzende der Fraktion und Parteifreund, Jens Spahn, war so Vater geworden.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Anne König will das Strafrecht in Sachen Leihmutterschaft verschärfen. Eine Leihmutter in Anspruch zu nehmen, sollte nicht nur im Inland verboten und strafbewehrt sein, sondern auch im Ausland, sagte die familien- und frauenpolitische Sprecherin der Unionsbundestagsfraktion der "Neuen Zürcher Zeitung" (Freitag). Bislang sind Auslands-Leihmutterschaften straffrei.

König sagte: "Wenn wir Leihmutterschaft im Inland aus guten Gründen für ethisch unvertretbar halten, sie verbieten und das strafbewehren, gibt es keinen Grund, dies nicht auch für eine ausländische Leihmutterschaft so zu regeln." Sie wies zudem auf die Ungerechtigkeit hin, dass wohlhabende Deutsche das Verbot im Ausland gefahrlos umgehen würden.

Positionierung gegen Parteifreund Jens Spahn

König positioniert sich damit gegen ihren Parteifreund und früheren Fraktionschef Jens Spahn, der zusammen mit seinem Mann und mithilfe einer Leihmutter in den USA Vater geworden war. Die CDU-Abgeordnete nannte die in Italien geltende Regelung als mögliches Vorbild, wenngleich dort hohe Geld- und auch Haftstrafen drohten. "Wir müssen abwägen, ob bestimmte Sanktionen, wenn auch nicht in dieser Härte, auch für unser Land infrage kommen", sagte König.

Theologin rechnet mit mehr Leihmüttern weltweit

Die katholische Salzburger Moraltheologin Angelika Walser bezweifelte indes, ob nationale Regelungen dem Thema gerecht werden. Der weltweite Bedarf an Leihmüttern werde sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten erheblich erhöhen, sagte sie der Zeitschrift "Publik-Forum". Es sei darum "eine Illusion, eine ethisch hoch anspruchsvolle Frage mit globaler Dimension allein durch nationale Gesetzgebung regeln zu können".

Walser beklagte eine polarisierte Debatte über das Thema in ihrer Kirche. Ähnlich wie beim Thema Schwangerschaftsabbruch stünden sich zwei Lager unversöhnlich gegenüber, sagte sie. Sehr rasch erhalte eine nachdenkliche und differenzierte Argumentation das Prädikat "nicht katholisch". Dies erschwere in einer demokratischen Gesellschaft die "gemeinsame Suche nach der Wahrheit mit allen Menschen guten Willens".