Unionsfraktionschef Frei wirbt für Organspende

Unionfraktionschef Thorsten Frei
Michael Kappeler/dpa/Michael Kappeler
Nach intensiver Beschäftigung mit dem Thema Organspende vertritt Thorsten Frei eine klare Position.
Debatte im Bundestag
Unionsfraktionschef Frei wirbt für Organspende
Im Bundestag steht erneut eine Entscheidung über die Regelung zur Organspende an. Unionsfraktionschef Frei ist selbst im Besitz eines Spenderausweises. Zur diskutierten Widerspruchsregelung hat er mittlerweile eine klare Meinung.

In der neu geführten Debatte über die Organspende wirbt Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) für die Einführung einer Widerspruchslösung. "Ich bin für die Widerspruchslösung bei der Organspende und werde dementsprechend im Bundestag dafür stimmen", sagte Frei den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Er sei optimistisch, dass es dafür "dieses Mal eine Mehrheit im Bundestag" geben wird. "Es ist zumutbar, dass sich jeder Mensch einmal im Leben damit auseinandersetzt, ob er Organspender sein will oder nicht", erklärte er.

Der Bundestag hatte Ende Juni zum wiederholten Mal darüber diskutiert, ob Organspender nur ist, wer ausdrücklich zustimmt, oder ob es auch ausreicht, wenn nicht widersprochen wurde. Der Bundestag hatte sich zuletzt 2020 gegen eine Einführung der Widerspruchsregelung entschieden.

Daher gilt weiter die Zustimmungsregelung: Organe dürfen nach dem Tod nur entnommen werden, wenn der Verstorbene oder seine Angehörigen dem zugestimmt haben. Über einen erneuten Vorstoß für die Widerspruchsregelung vor zwei Jahren wurde wegen Querelen der Ampel-Koalition nicht mehr abgestimmt.

Bereitschaft zur Organspende zu wenig dokumentiert

Nach seiner Einschätzung wären mehr Menschen zur Organspende bereit als nur diejenigen, die aktuell einen Ausweis bei sich tragen, sagte Frei. "Ich habe selbst einen Organspendeausweis, auch wenn ich mich früher lange Zeit nicht mit dem Thema beschäftigt habe - weil ich keine Zeit oder andere Ausreden parat hatte."

Die Zahl der Organspenden in Deutschland reicht nicht aus, um Kranken zu helfen, die darauf angewiesen sind. Etwa 8.000 Menschen stehen auf der Warteliste für ein Spenderorgan, rund 3.000 Organe wurden im vergangenen Jahr gespendet. Die Spendebereitschaft der Deutschen ist laut Umfragen sehr hoch. Die Zahl derjenigen, die das dokumentiert haben und damit die tatsächliche eine Spende ermöglichen, fällt aber deutlich niedriger aus.