Die jungen Gläubigen waren vor allem aus europäischen Ländern nach Assisi gereist. Anlass ist das Franziskanische Jugendtreffen mit dem Titel "Go", das derzeit zum 800. Todesjahr Franz von Assisis in dem Wallfahrtsort stattfindet. Franz von Assisi zählt zu den populärsten Heiligen der katholischen Kirche.
Papst Leo war nach Assisi gereist, um einige Fragen der Jugendlichen zu beantworten.
Diese thematisierten vor allem die Beziehung junger Menschen zur Kirche. Zeuge Christi zu sein, bleibe faszinierend und anspruchsvoll, sagte der Papst. Es erweitere den Verstand und das Herz über fiktive Grenzen hinaus, sagte Leo, "das heißt, jenseits von Ängsten, die durch Fehlinformationen und Mauern der Vorurteile hervorgerufen werden."
So fragte Karolina aus Zagreb den Heiligen Vater danach, welchen Rat er an jungen Menschen geben würde, die in der franziskanischen Spiritualität aufgewachsen sind, damit sie authentische Jünger Christi bleiben und Gleichaltrigen Hoffnung bringen könnten, ohne die Freude des Evangeliums, die Einfachheit des Herzens und jene Nähe zu den Menschen zu verlieren, die jedes christliche Zeugnis glaubwürdig mache?
Luigi aus Paternò in Sizilien wollte wissen: "Heute sagen viele junge Menschen, dass sie zwar "glauben, aber nicht an die Kirche" und gerade in unseren Gemeinschaften beobachten wir manchmal eine Kirche mit ihren Widersprüchen und inneren Krisen. Da frage ich mich: Wie können wir in dieser Liebe, die wiedergutmacht, bleiben? Warum fällt es uns heutzutage so schwer, die Kirche als eine Mutter zu sehen, die trotz ihrer Wunden immer bereit ist, uns aufzunehmen und zu lieben?"
Die Antworten des Papstes fielen ausführlich aus und sind auf der Website des Vatikans nachzulesen.
Aufruf des Papstes sich zu engagieren
Papst Leo XIV. rief vor Ort junge Menschen dazu auf, sich in ihren Gesellschaften für Zusammenhalt und Gemeinschaft zu engagieren. "Sich der Kultur der Macht zu entziehen und die Zivilisation der Liebe aufzubauen, wird nicht sofort verstanden und akzeptiert", sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Donnerstag auf dem Platz vor der Basilika Santa Maria degli angeli in Assisi vor rund 2.500 Jugendlichen.
Von Christen werde künftig stärker verlangt, Friedensstifter in Gesellschaften zu sein, "die versucht sind, die Religion zur Konfrontation von Identitäten zu instrumentalisieren", warnte der Papst. Die biblische Botschaft sei jedoch das Gegenteil von Fundamentalismus: Das Evangelium mache nicht "blind und gewalttätig, sondern feinfühlig, aufmerksam, bescheiden und allen gegenüber offen".
Im Anschluss an den Austausch mit den Jugendlichen feierte der Papst eine Messe in der Basilika. In seiner Predigt zitierte Leo eine Textpassage seiner ersten Enzyklika "Magnifica Humanitas": "Jede Generation erbt die Aufgabe, die eigene Zeit zu gestalten, damit die Geschichte zu einem Ort reifen kann, an dem die Würde jedes Menschen gewahrt, Gerechtigkeit gefördert und Geschwisterlichkeit ermöglicht wird."



