Nach Wahl in MV: Kirchen mahnen Zusammenhalt an

Sonne scheint durch ein Fenster in der Kirche
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Tilman Jeremias, evangelischer Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche: "Für Mecklenburg Vorpommern ist jetzt wichtig, Brücken zu bauen und Vertrauen zu stärken."
"Jetzt Vertrauen stärken"
Nach Wahl in MV: Kirchen mahnen Zusammenhalt an
Nach der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern rufen die großen Religionsgemeinschaften des Landes Politik und Gesellschaft dazu auf, Gräben nicht zu vertiefen und zügig eine stabile demokratische Regierung zu bilden.

Die großen Religionsgemeinschaften in Mecklenburg-Vorpommern haben nach der Landtagswahl zu gesellschaftlichem Zusammenhalt aufgerufen. Die Landesbischöfin der Nordkirche, Kristina Kühnbaum-Schmidt, erklärte, dass die Möglichkeit einer demokratischen Regierungsbildung ein wichtiges Zeichen für Menschenrechte und Zusammenhalt darstelle. "Zugleich ist die AfD stärkste Kraft geworden. Es muss die Politik und uns alle als Gesellschaft dringlicher denn je beschäftigen, wenn Wählerinnen und Wähler auf diese Weise Sorgen und Protest zum Ausdruck bringen."

Laut dem vorläufigen Ergebnis wurde die AfD mit 38,2 Prozent stärkste Kraft, gefolgt von der SPD mit 35,5 Prozent. Die CDU kam auf 4,8 Prozent und verpasste damit den Einzug in den Landtag. Die Linke erhielt 6 Prozent, die Grünen kamen auf 5,7 Prozent. Damit wäre eine Koalition von SPD, Linken und Grünen möglich.

Tilman Jeremias, evangelischer Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche, sagte: "Für Mecklenburg Vorpommern ist jetzt wichtig, Brücken zu bauen und Vertrauen zu stärken." Er hoffe, dass aus der jetzt schwierigen Konstellation neuer Mut entstehe, die Zukunft zu gestalten.

Haltung für Demokratie

Auch der Hamburger katholische Erzbischof Stefan Heße rief dazu auf, Gräben zuzuschütten und konkrete Vorhaben zum Wohle der Menschen umzusetzen. Es komme jetzt auf die Bildung einer guten Koalition an. "Als Kirche haben wir die Orte und die Aufgabe, Räume für Begegnung und Verständigung zu öffnen. Das machen wir gerne mit Herz und Haltung für Demokratie und Nächstenliebe."

Auch der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern mahnte zu Dialog und Besonnenheit. Landesrabbiner Yuriy Kadnykov sagte: "Mit dem Ende des Wahlkampfes beginnt eine andere, ebenso wichtige Aufgabe: aus politischen Unterschieden wieder gemeinsame Verantwortung für Mecklenburg Vorpommern entstehen zu lassen."

Maher Fakhouri, Vorsitzender des Dachverbandes Muslimischer Gemeinden in Gründung, bezeichnete das Wahlergebnis als Herausforderung. "Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass unser Mecklenburg Vorpommern ein friedliches und weltoffenes Zuhause für alle bleibt."