Gegen die im Herbst in Köln geplante Kinderwunschmesse "Wish for a Baby" formiert sich Widerstand. Der Verein "Frauenheldinnen" in Lübeck teilte mit, er werde am Montag über eine Anwaltskanzlei einen förmlichen Antrag an die Stadt Köln stellen, "die für den 17. und 18. Oktober geplante Messe mit vollziehbaren Auflagen zu versehen, die die Vermittlung und Anbahnung von Leihmutterschaft unterbinden". Lehne die Stadt ab, werde unmittelbar eine vorbeugende Feststellungklage folgen.
Schon vor einem Jahr hatte der Verein versucht, die Messe mit einem Eilantrag zu behindern, war aber vor dem Verwaltungsgericht Köln gescheitert. "Frauenheldinnen" erklärte am Samstag, Leihmutterschaft sei in Deutschland verboten und strafbewehrt. Auf der in Köln geplanten Messe werde sie "dennoch im Inland angebahnt, vermittelt und beworben". Das sei gerichtsfest dokumentiert.
Kritiker werfen Verein Queerfeindlichkeit vor
Der Verein kritisierte in dem Zusammenhang die CDU-Politiker Jens Spahn und Hendrik Streeck. Beide seien in diesem Jahr über eine Leihmutter in den USA Vater geworden, obwohl der CDU-Parteitag noch im Februar das Verbot in Deutschland auf Antrag der Frauen Union bekräftigt habe, hieß es. Spahn hatte am Samstag nach Kritik in der CDU seinen Rücktritt als Fraktionsvorsitzender im Bundestag erklärt. Konkret verboten sind in Deutschland die Vermittlung und medizinische Beteiligung an einer Leihmutterschaft. Durch Leihmutterschaften im Ausland geborene Kinder können allerdings anerkannt werden.
Frauenheldinnen" ist ein eingetragene Verein, der sich nach eigenen Angaben für die Förderung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und den Schutz von Ehe und Familie einsetzt. Der hessische Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte unter anderen in der Vergangenheit vor dem Verein gewarnt und ihn als antifeministisch und queerfeindlich kritisiert.
Deutschlandweit einzige Messe für das Thema Kinderwunsch
"Wish for a baby" versteht sich laut den Organisatoren als deutschlandweit einzige Messe für das Thema Kinderwunsch, wie auf der Website zu lesen ist. Medizinische Expertinnen und Experten sollen über moderne Behandlungsmethoden informieren. Auch Kinderwunschkliniken, Rechtsexperten, Selbsthilfegruppen und mit dem Thema vertraute Eltern werden auf der Messe erwartet.
Die Stadt Köln hatte bereits 2025 die Veranstaltung unter der Auflage genehmigt, dass das Verbot der Vermittlung und das umfassende Verbot der Werbung für Leihmutterschaft einzuhalten sind. Der Verein und eine Privatperson hatten versucht, mit einem Eilantrag weitere behördliche Maßnahmen gerichtlich durchzusetzen. Das Verwaltungsgericht Köln lehnte das ab.



