Bayreuther Festspiele nun doch mit Friedman

Michel Friedman
Martin Kraft/CC BY-SA 3.0/commons.wikimedia
Friedman wird am 26. Juli, dem Tag der Festspieleröffnung, nun doch über Antisemitismus, den Komponisten Richard Wagner und die Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit der Festspiele sprechen.
Nach Absage in Bayreuth
Bayreuther Festspiele nun doch mit Friedman
Die von den Bayreuther Festspielen zwischenzeitlich abgesagte Gedenkveranstaltung mit Michel Friedman soll doch stattfinden. Festspielleiterin Wagner und der jüdische Publizist haben sich ausgesprochen.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" am Donnerstagabend online berichtete, entschuldigte sich Festspielleiterin Katharina Wagner bei Friedman und lud ihn erneut ein, zu den Festspielen zu kommen. Nach einiger Überlegung habe er zugesagt, sagte der 70-Jährige am Abend auf Anfrage der Zeitung.

Laut dem Zeitungsbericht bat die Festspielleiterin Katharina Wagner Katharina Wagner nun per Telefon für die "Fehleinschätzungen" der Festspiele und die "fatalen Nachrichten" um Entschuldigung. Sie habe Friedman zudem später in einem Brief zugesichert, die Veranstaltung wie ursprünglich geplant abhalten zu wollen. Es sei ihr wichtig, "der schrecklichen Dinge zu gedenken, mit denen die Festspielgeschichte fatal verknüpft ist".

"Ich nehme ihre persönliche Bitte um Entschuldigung gerne an. Wenn sich jemand bewegt, sollte man sich mitbewegen", ergänzte Friedman zur Begründung. Er finde Wagners "Worte des Bedauerns an mich ernsthaft und glaubwürdig".

Die Festspiele feiern in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Geplant war dazu ein Gedenkkonzert am Vormittag des 26. Juli, dem Tag der Festspieleröffnung, bei dem Friedman über Antisemitismus, den Komponisten Richard Wagner und die Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit der Festspiele sprechen sollte.

Sicherheitsaufwand als Begründung für Absage

Diese Veranstaltung wurde jedoch zwischenzeitlich abgesagt, zusätzlich zur Eröffnungsoper "Rienzi" mit zahlreichen prominenten Gästen könne man dieses wegen des Sicherheitsaufwandes nicht stattfinden lassen, hieß es von den Festspielen zur Begründung der Absage.

Friedman reagierte empört. Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen zu streichen, das "ist in einer Demokratie der Tod durch Selbstmord", hatte der Anwalt und Publizist der "Süddeutschen Zeitung" dazu gesagt. Die Ernsthaftigkeit, sich mit dem Antisemiten Wagner auseinanderzusetzen, sei durch die Absage ad absurdum geführt.