Anklage gegen mutmaßlichen IS-Kämpfer erhoben

Anklage gegen mutmaßlichen IS-Kämpfer erhoben
Ein 66-jähriger Iraker soll sich dem "Islamischen Staat" angeschlossen haben. Der Beschuldigte befindet sich seit Dezember 2025 in Untersuchungshaft.

Jena (epd). Die Thüringer Generalstaatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen mutmaßlichen Angehörigen der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) erhoben. Dem 66 Jahre alten irakischen Staatsangehörigen wird vorgeworfen, sich im Irak dem IS angeschlossen und für ihn tätig gewesen zu sein, teilte die Behörde am Mittwoch in Jena mit. Über die Zulassung der Anklage entscheidet nun der Staatsschutzsenat des Thüringer Oberlandesgerichts in Jena.

Der Beschuldigte befindet sich seit Dezember 2025 in Untersuchungshaft. Dem Mann wird die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung zur Last gelegt. Bis zu einem rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gilt die Unschuldsvermutung.

Leitender Mitarbeiter im Bereich Medien und Propaganda

Laut aktuellem Ermittlungsstand soll sich der Mann im September 2014 freiwillig dem IS angeschlossen und einen Treueeid auf dessen Führung abgelegt haben. Bis mindestens Ende 2016 sei er in verschiedenen Funktionen für die Terrororganisation tätig gewesen. Unter anderem habe er als leitender Mitarbeiter im Bereich Medien und Propaganda für die Islamische Polizei des IS in einer Provinz der Organisation gearbeitet.

Zudem werfen die Ermittler dem Beschuldigten vor, sich als Kämpfer im Nordirak engagiert zu haben. Nach den Erkenntnissen der Strafverfolger wurde er bei einem Kampfeinsatz verletzt. Ferner soll er im Sommer 2015 an einem Propagandavideo des IS mitgewirkt haben, in dem er bewaffnet zu sehen gewesen sei. Als Gegenleistung für seine Tätigkeit habe er gemeinsam mit seiner Familie Unterhaltszahlungen der Terrororganisation erhalten.