Jugendzentrum aus Baden gewinnt jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb

Jugendzentrum aus Baden gewinnt jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb
Bei der "Jewrovision" treten jüdische Jugendzentren aus ganz Deutschland an. "Ihr greift heute Abend zum Mikrofon, um euren verdienten Platz in der Mitte der Gesellschaft lautstark einzunehmen", sagt Zentralrats-Präsident Schuster.
16.05.2026
epd
Von Judith Kubitscheck (epd)

Stuttgart (epd). Das Jugendzentrum „JuJuBa“ aus Baden hat den jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb „Jewrovision“ gewonnen. Damit setzte sich die Gruppe, die auch den Preis für den besten Gesang erhielt, in Stuttgart gegen zwölf weitere Jugendzentren durch, wie der Zentralrat der Juden in Deutschland am Freitagabend mitteilte. Auf den Plätzen zwei und drei folgten „Olam Berlin“ sowie „We.Zair Westfalia“.

Die „Jewrovision“, die sich am Vorbild des Eurovision Song Contest (ESC) orientiert, ist nach eigenen Angaben das größte jüdische Jugendevent in Europa und stand dieses Jahr unter dem Motto „Voices of Hope“. Es treten jüdische Jugendzentren aus ganz Deutschland gegeneinander an. Monatelang trainieren sie für ihren Auftritt, interpretieren Songs neu, mit eigenem Text, eigener Choreografie, eigenem Gesang. Die Gewinner aus Baden widmeten sich in ihrer Performance zu „We Ride On“ dem Thema der gemeinsamen Reise ins Licht und der unerschütterlichen jüdischen Einheit.

Schuster: Gesellschaftlicher Gegenwind „spürbar rauer“

„Der gesellschaftliche Gegenwind weht uns spürbar rauer ins Gesicht“, sagte Zentralrats-Präsident Josef Schuster laut Mitteilung. In solchen Momenten sei die Versuchung groß, sich zurückzuziehen und sich unsichtbar zu machen. Doch das Gegenteil sei bei dem Wettbewerb der Fall: „Ihr greift heute Abend zum Mikrofon, um euren verdienten Platz in der Mitte der Gesellschaft lautstark einzunehmen“, sagte Schuster.

Der Preis für das beste Video ging an das Jugendzentrum „Neshama München“. Die Auszeichnung für den besten Text teilten sich die Jugendzentren „Emet Nürnberg feat. Am Echad Bayern“ und „Jachad Köln & Lavanah Aachen“. Der Preis für die beste Performance wurde an „We.Zair Westfalia“ übergeben. Gast der Veranstaltung war die israelische Sängerin Noa Kirel, die den dritten Platz beim ESC 2023 erreichte.

Die „Jewrovision“ wird seit 2013 vom Zentralrat der Juden organisiert, Schirmherrin in diesem Jahr war Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU). Zu dem bisher größten Wettbewerb kamen rund 2.700 Zuschauer.

„Wie ein Familientreffen“

Das Event ist in ein mehrtägiges jüdisches Jugendcamp eingebettet. Für Boris Karasik vom Stuttgarter Jugendzentrum „HaLev“ ist die „Jewrovision“ wie ein Familientreffen. „Es ist aktiv gelebte Jüdischkeit mitten in Deutschland“, sagte er dem epd. „An diesem Wochenende denken wir nicht so viel an alles, was in der Welt gerade passiert, sondern wir sind einfach froh, zusammen Schabbat und dieses Event zu feiern und uns wiederzusehen.“