Zu wenig Geld für private Rentenvorsorge

Rentner
epd-bild/Norbert Neetz
Wer wenig Geld hat, kann kaum eine private Altersvorsorge finanzieren. (Symbolbild)
Mit Aktien gegen Altersarmut
Zu wenig Geld für private Rentenvorsorge
Mehr als eine Millionen Menschen erhalten Grundsicherung im Alter. Eine Reform der privaten Altersvorsorge soll gesetzliche Renten ergänzen. Der VdK begrüßt dies, warnt aber vor einer sozialen Schieflage.

Der Sozialverband VdK bewertet das von der Koalition geplante Altersvorsorge-Depot grundsätzlich positiv. Allerdings könnten sich viele Menschen private Vorsorge nicht leisten, erklärte VdK-Chefin Verena Bentele am Donnerstag.

Gerade für Menschen mit niedrigen Einkommen sei die gesetzliche Rente oft die einzige verlässliche Absicherung im Alter. Derzeit haben nach ihren Angaben rund 38 Prozent der Beschäftigten keine zusätzliche Altersvorsorge.

Die Bundesregierung will die private Altersvorsorge umfassend reformieren. Unter anderem sind ab dem 1. Januar 2027 neue Vorsorgeprodukte und veränderte Fördermöglichkeiten geplant. Dazu zählt ein staatliches Standarddepot mit maximal einem Prozent Kosten, in das auch Selbstständige einbezogen werden. Der Bundestag stimmt voraussichtlich am Freitag darüber ab.

Im Dezember 2025 haben rund 1,28 Millionen Menschen Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung bezogen. Das Statistische Bundesamt teilte am Donnerstag in Wiesbaden mit, dass das rund 23.000 Personen mehr als im Dezember 2024 (plus 1,8 Prozent) waren. Von den Leistungsempfängern hatten rund 764.000 Personen die Altersgrenze erreicht oder überschritten und erhielten Grundsicherung im Alter. Von Ende 2024 bis Ende 2025 stieg ihre Zahl um 3,4 Prozent und erreichte damit einen Höchststand. 

Leistungsberechtigt sind Erwachsene, die dauerhaft voll erwerbsgemindert sind oder die Altersgrenze nach dem Zwölften Sozialgesetzbuch (SGB XII) erreicht haben und ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenem Einkommen und Vermögen sicherstellen können. Unter den Leistungsberechtigten waren auch Flüchtlinge aus der Ukraine. Ihre Zahl stieg den Angaben zufolge von rund 99.000 im Dezember 2024 auf insgesamt 109.000 im Dezember 2025 (plus 9,9 Prozent).

Bentele: Gesetzliche Rente muss das Fundament bleiben

Trotz des neuen Vorsorgeangebotes müsse die gesetzliche Rente das Fundament der Alterssicherung bleiben, unterstrich Bentele. Sie biete unabhängig vom Kapitalmarkt zuverlässige Leistungen und schütze umfassend vor Risiken wie Erwerbsminderung und Inflation. "Private Vorsorge kann dieses Fundament sinnvoll ergänzen, aber nicht ersetzen", erklärte die VdK-Chefin.

Der Gesetzentwurf der Koalition sieht unter anderem vor, die Grundzulage für jeden gesparten Euro von 30 auf 50 Cent anzuheben bis zu einer Grenze von 360 Euro im Jahr. Die maximale Zusatzförderung von 300 Euro für Eltern pro Kind und Jahr kann laut dem Papier nun ab 25 Euro Sparbetrag im Monat erreicht werden. Zudem soll es ein von einem öffentlichen Träger angebotenes Standarddepot geben.