München (epd). Nach Ansicht des Münchner Kardinals Reinhard Marx ist Papst Leo XIV. ein Jahr nach seiner Wahl zum Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche „eine Stimme der ganzen Menschheit“. Wie der frühere Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz der Mediengruppe Bayern (Freitagsausgabe) sagte, sei der Papst frei von nationalen oder wirtschaftlichen Interessen. Somit könne Leo „gerade deshalb Einfluss nehmen auf weltpolitische Fragen“ sowie zum Frieden und zur Versöhnung mahnen. Wenn seine Friedensbotschaft auf Kritik von Staatschefs stoße, sei das nicht wirklich eine Überraschung, sagte Marx mit Blick auf Spannungen zwischen Leo und der US-Regierung von Präsident Donald Trump in den zurückliegenden Wochen.
Leo XIV. zeige sich als weltoffene Persönlichkeit, die sich Zeit zum Nachdenken nehme, sagte Marx in dem Interview weiter. Er sei ein Brückenbauer und „Garant der Einheit der Kirche“. Den Münchner Kardinal stimmt es nach eigener Darstellung zuversichtlich, „wie ernsthaft und konsequent der Papst diesen Weg geht, ohne Eile, aber mit großer Sorgfalt“.




