Bistum Magdeburg appelliert: "Bewusst wählen!"

Bistum Magdeburg appelliert: "Bewusst wählen!"
Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Angesichts teilweise extremer Positionen im Wahlkampf hat die katholische Kirche die Initiative "Bewusst wählen!" gestartet.

Magdeburg (epd). Das Bistum Magdeburg hat die Initiative „Bewusst wählen!“ zur Stärkung christlicher Werte in gesellschaftlichen Debatten ins Leben gerufen. Mit Blick auf die Landtagswahl am 6. September appellieren das Bistum und weitere Partner an die Menschen in Sachsen-Anhalt, ihrem Gewissen nach zu entscheiden. „Wir glauben, dass die Situation jetzt eine besonders dramatische ist“, sagte der katholische Bischof Gerhard Feige am Mittwoch in Magdeburg.

Deshalb wolle das Bistum den Menschen Mut machen und sie dafür sensibilisieren, aus christlicher Verantwortung heraus zu handeln. Die Kirche nehme Anteil an der Not der Menschen, ergänzte Feige.

Dialogformate und Bildungsangebote

„Was Menschenwürde, Menschenrechte und Gerechtigkeit betrifft, da kann und darf Kirche nicht schweigen“, unterstrich der Bischof die Leitlinien der Initiative. Die Initiative wolle Orientierung geben - nicht parteipolitisch, sondern wertebasiert. Geplant seien sichtbare Zeichen, Dialogformate und Bildungsangebote, um Raum für Begegnungen und zum Nachdenken schaffen.

Damit solle das Bewusstsein geschärft werden, „nicht aus dem Bauch heraus irgendeiner Stimmung zu folgen und zu wählen, sondern sich gut zu informieren und bewusst zu entscheiden“, ergänzte Feige. Die Menschen sollten dabei bedenken: Was hat das für Auswirkungen auf mich und auch auf die Gesellschaft?

Umfragen zufolge könnte die AfD bei der Landtagswahl stärkste Kraft im Bundesland werden und in der Folge erstmals einen Ministerpräsidenten in Deutschland stellen. Die Initiative „Bewusst wählen!“ wird neben dem Bistum Magdeburg von der Caritas, der Edith-Stein-Schulstiftung, der Katholischen Akademie, der Katholischen Erwachsenenbildung Sachsen-Anhalt sowie weiteren katholischen Einrichtungen getragen. Man versteht sich als Teil des zivilgesellschaftlichen Bündnisses „Sachsen-Anhalt weltoffen“ und in enger Partnerschaft mit den evangelischen Kirchen im Land.