Nairobi, Khartum (epd). Nach einem Drohnen-Angriff auf die sudanesische Hauptstadt Khartum nehmen die diplomatischen Spannungen zwischen dem Sudan und Äthiopien zu. Wie die Nachrichtenplattform „Sudan Tribune“ am Dienstag berichtete, wirft die sudanesische Militärführung dem Nachbarland - wie auch den Vereinigten Arabischen Emiraten - vor, an der Attacke beteiligt gewesen zu sein. Die äthiopische Regierung wies die Anschuldigungen zurück,
Laut „Sudan Tribune“ zielte der Drohnen-Angriff am Montag auf den Flughafen von Khartum sowie Wohngebiete und Militäranlagen. Der sudanesische Außenminister Mohieddin Salem sowie ein Militärsprecher erklärten demnach, dass Drohnen von einem Flugplatz in Äthiopien gestartet worden seien. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate seien in den Beschuss des Flughafens involviert gewesen, hieß es.
Äthiopien weist Vorwürfe zurück
In dem seit mehr als drei Jahren andauernden Krieg zwischen der Armee und der RSF-Miliz war die sudanesische Hauptstadt Khartum zuletzt nicht von Kämpfen betroffen. Tausende Menschen, die vor der Gewalt geflohen waren, kehrten zurück.
Die staatliche sudanesische Nachrichtenagentur Suna berichtete ebenfalls über die Vorwürfe gegen Äthiopien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Demnach verwies ein Militärsprecher unter anderem auf eine bereits am 17. März abgeschossene Drohne. Analysen hätten gezeigt, dass diese den Vereinigten Arabischen Emiraten gehöre und aus Äthiopien gestartet worden sei. Sudans Botschafter in Äthiopien soll laut der Agentur für Beratungen zurückbeordert werden.
Das äthiopische Außenministerium reagierte am frühen Nachmittag auf der Internetplattform X. Äthiopien weise die „unbegründeten Vorwürfe“ zurück, hieß es in der Erklärung.
Krieg seit April 2023
Im Sudan-Krieg kämpfen die Armee und die RSF-Miliz seit April 2023 um die Macht. Laut Medienrecherchen, Fachleuten und UN-Experten haben die Vereinigten Arabischen Emirate die RSF in der Vergangenheit unter anderem mit Waffenlieferungen unterstützt. Auch Äthiopien soll der Miliz, der Kriegsverbrechen vorgeworfen werden, militärisch Beihilfe geleistet haben. Zu diesem Schluss kommt etwa eine Analyse von Fachleuten der US-amerikanischen Yale-Universität.
Der Krieg im Sudan wird zunehmend auch mit Kampfdrohnen ausgefochten. Die RSF („Rapid Support Forces“) nehmen Ziele unter Beschuss, in denen es zuletzt keine aktiven Kämpfe gegeben hatte. Der Konflikt hat eine schwere humanitäre Krise ausgelöst. Laut den Vereinten Nationen sind mehr als 33 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. Zum dritten Jahrestag des Kriegsbeginns hatte die Bundesregierung am 15. April eine internationale Sudan-Konferenz in Berlin ausgerichtet. Dort kamen etwa 1,5 Milliarden Euro an Hilfsgeldern zur Linderung der humanitären Krise zusammen.




