Bischof Kramer: Medien wollen schnelle Antworten

Friedrich Kramer
epd/Heike Lyding
Friedrich Kramer, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. (Archivbild)
Friedensbeauftragter der EKD
Bischof Kramer: Medien wollen schnelle Antworten
Friedensbeauftragter Friedrich Kramer wünscht sich eine differenziertere Berichterstattung über Krieg und Frieden. Schnelle Antworten reichten seiner Ansicht nach nicht aus. Kirchliche Medien seien hier die Ausnahme.

Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Friedrich Kramer, wünscht sich mehr Differenzierung in den Medien bei der Berichterstattung über Krieg und Frieden. Es gebe eine "extreme Erwartungshaltung" nach schnellen Antworten und klaren Statements, sagte der mitteldeutsche Bischof Kramer am Samstag in Erfurt. Das mache es schwierig, differenzierte Positionen darzustellen.

Kramer sprach bei der Tagung "Gut informiert? Frieden und Kriege in den Medien" der Bonhoeffer-Niemöller-Stiftung über seine Erfahrungen nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022. Die mediale Debatte habe sich schnell auf die Frage deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine verengt. Das sei der Komplexität des Konflikts nicht angemessen gewesen.
Interesse am Streit

Zudem habe er angesichts der Debatten innerhalb der evangelischen Kirche die Erfahrung gemacht, dass vor allem Streit und Unordnung interessant seien. Das habe er vor allem gespürt, weil er sich bis heute als einer der wenigen für Friedensverhandlungen einsetze und kritisch zu deutschen Waffenlieferungen äußere. Das habe ihm nicht nur Kritik in Kommentaren von Journalistinnen und Journalisten, sondern auch Anfeindungen in Internet-Netzwerken eingebracht.

Kramer äußerte sich anerkennend zu der Arbeit kirchlicher Medien. Diese seien aus seiner Sicht um Differenzierung bemüht.