Bonn (epd). Angesichts zahlreicher multilateraler Krisen hat die katholische Deutsche Bischofskonferenz die Bedeutung der europäischen Idee bekräftigt. „Die Welt ist in Aufruhr, der bestehenden globalen Ordnung droht ein Umbruch. Deswegen braucht die Welt die Wertegemeinschaft, die Europa verkörpert“, heißt es in einem am Freitag in Bonn veröffentlichten Aufruf „Europa, zeigʼ dich selbstbewusst“. Europa brauche den Mut, seine Werte selbstbewusst zu vertreten, hieß es weiter.
Die Bischöfe beschreiben in ihrem Papier einen geopolitischen Epochenwechsel. Die Allianz zwischen der EU und den USA sowie die Idee des „Westens“ seien erschüttert. Europa werde zudem von Russland und China politisch und wirtschaftlich unter Druck gesetzt. Deswegen werde das vereinte Europa gebraucht. Doch „das vereinte Europa steht auf dem Spiel“, heißt es in dem Papier.
„Viele Menschen sind verunsichert“
Die Versprechen der europäischen Integration verlieren laut den Bischöfen auch in der EU an Überzeugungskraft. „Viele Menschen sind verunsichert, erleben gesellschaftliche Polarisierung und spüren Transformationsdruck. Das befördert das Gefühl, demokratische Politik sei zu langsam oder abgehoben.“ Dieser Eindruck werde gezielt durch autoritäre und antiliberale Akteure außerhalb wie innerhalb der EU verstärkt, die populistische Deutungsmuster einsetzten, um die liberale parlamentarische Demokratie und die europäische Integrationsleistung infrage zu stellen.
Die katholische Kirche habe die europäische Einigung von Beginn an als Friedensprojekt befürwortet und begleitet. Die jüdisch-christliche Idee der unveräußerlichen Würde jedes Menschen finde sich auch in den grundlegenden Werten der EU wieder.





