"Großer Gott wir loben dich" – das bekannte Kirchenlied erklang am 16. April im Deutschen Bundestag. Bruder Lukas Boving, auch als "Insta-Mönch" bekannt und Host des Podcasts "Mönch ärgere dich nicht", hielt dort eine Andacht, die sich um einen Gedanken aus der Regel des Heiligen Benedikt drehte. "Führung bedeutet, ,der Eigenart vieler zu dienen‘ – also zuzuhören, abzuwägen und die Würde jedes Einzelnen im Blick zu behalten." So fasst es Bruder Lukas in der Beschreibung des Videos zu seiner Andacht zusammen.
Vor der Andacht übergab er eine Druckfassung der Regel des heiligen Benedikt an Bundestagsvizepräsident Carsten Ramelow – als Inspiration und Geschenk für die Abgeordneten der "Eigenart vieler zu dienen." Das war der Höhepunkt der sogenannten Te-Deum-Challenge.
Sie startete im Kloster Nütschau. Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, kam dorthin zu Besuch. Günther stimmte ein, als Bruder Lukas eine Zeile von "Großer Gott wir loben dich" sang. Weitere Politiker:innen, darunter zum Beispiel Julia Klöckner, Jens Spahn, Carsten Ramelow und Katrin Göring-Eckhardt, wurden nominiert und steuerten Aufnahmen für ein Video von Bruder Lukas bei.
Paul Krombach studiert Fachjournalistik Geschichte, Evangelische Theologie und Geschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Außerdem ist er als freier Mitarbeiter im Öffentlichkeitsreferat des Evangelischen Dekanats an der Dill tätig. Im März und April 2026 schreibt er als Praktikant für die Redaktion von evangelisch.de.
Die Aufnahmen sind abwechslungsreich. Die Politiker:innen tragen an unterschiedlichen Orten je einen Vers zum Lied bei: Daniel Günther im Interview am Kloster, Julia Klöckner mit Philipp Amthor und Martin Plum vor Deutschland- und Europaflagge, Kathrin Göring-Eckhart mit vier Mitgliedern der Fraktion der Grünen vor der Bundestageskuppel bis hin zum gemeinsamen Chorgesang während der Andacht.
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Bruder Lukas will damit auf humorvolle Art und Weise zeigen, dass Gott aus seiner Sicht politisch ist und in den Bundestag gehört. Gegenüber dem Domradio sagte er: "Wer sich zu Gott bekennt, bekennt sich zur Würde, zur Verantwortung und zur Hoffnung."
Die Reaktionen auf die Aktion sind sehr unterschiedlich, das zeigt schon ein Blick in die Kommentare seines neuesten Videos. 269 mal wird die abgeschlossene Challenge kommentiert und damit deutlich häufiger als vorherige Videos zur Te-Deum-Challenge. "Ich habe Hoffnung", schreibt eine Kommentatorin. Einige loben die Aktion, finden sie "großartig" oder senden Gebets-Emojis. Manche freuen sich an dem schönen Lied, andere über die offenen Bekenntnisse. "Endlich mal bekennende Politiker:innen", liest man in einem Kommentar. Teils wird demokratischer Zusammenhalt beschworen und der Wunsch nach mehr Miteinander in der Politik formuliert.
Auf der anderen Seite gibt es Kommentator:innen, die den Politiker:innen Scheinheiligkeit vorwerfen. Sie wünschen sich mehr Handeln im Sinne des Glaubens. Kontrovers diskutiert wird unter dem Kommentar mit dem Inhalt: "Gott gehört nicht in die Politik. Deutschland ist ein säkularer Staat." In einem weiteren Kommentar werden Aufklärung und Humanismus als eigentliche Säulen eines freiheitlich-demokratischen Landes genannt. Eine Gegenstimme betont mit Verweis auf die Präambel des Grundgesetzes: "Natürlich gehört Gott in die Politik – da er (hoffentlich) bei vielen Menschen im Parlament Richtschnur ihres Handelns ist." Eine weitere schreibt, dass Gott aufgrund der Religonsfreiheit doch in die Politik gehöre, aber "nicht, um diesen für menschenverachtende Entscheidungen zu missbrauchen, wie es Fundamentalisten aller Religionen gerne machen."




