Gemeinde will Jüdisches Krankenhaus als Schwerpunktklinik erhalten

Gemeinde will Jüdisches Krankenhaus als Schwerpunktklinik erhalten
Für Deutschlands einziges jüdisches Krankenhaus in Berlin wird nach der Insolvenz weiter nach einem zukunftsträchtigen Konzept gesucht. Die Jüdische Gemeinde schlägt eine "konsequente Spezialisierung" für das Haus vor.

Berlin (epd). Zur Rettung des seit Dezember insolventen Jüdischen Krankenhauses Berlin (JKB) schlägt die Jüdische Gemeinde die Bildung einer Kommission vor. „Der Berliner Senat sollte eine Kommission einberufen, in der alle wesentlichen Akteure vertreten sind“, sagte der Gemeindevorsitzende Gideon Joffe dem „Tagesspiegel“ (Donnerstag). Das seien das Krankenhaus, das Land, die Jüdische Gemeinde und die Banken.

Die Jüdische Gemeinde wünsche sich, dass das Krankenhaus als eigenständige Klinik erhalten bleibe. „Uns ist dabei klar, dass das JKB in seiner aktuellen Form kaum überleben wird“, sagte Joffe. Das Gesundheitswesen wandle sich und die Krankenhausreform zwinge alle Kliniken zu Veränderungen.

„Konsequente Spezialisierung“ angestrebt

Nach Rücksprache mit Fachleuten plädiere er für eine „konsequente Spezialisierung“ des JKB, etwa als Schwerpunktklinik für Neuro-Reha, Geriatrie und Psychiatrie. Der Bedarf an Kapazitäten in diesen Disziplinen wachse schon wegen der alternden Gesellschaft. Dann passe die Klinik langfristig in die Krankenhauslandschaft der Hauptstadt, sagte der Gemeindevorsitzende.

Träger des Krankenhauses mit seiner fast 270-jährigen Geschichte ist eine 1963 von der Jüdischen Gemeinde und dem Land Berlin gegründete Stiftung. Das Haus hat rund 820 Mitarbeitende und 384 Betten.

Finanzielle Schieflage

In finanzielle Schieflage geriet es demnach unter anderem durch die Krankenhausreform und Kostensteigerungen. Zudem konnte ein 60 Millionen Euro teurer Neubau wegen eines Wassereinbruchs nicht in Betrieb genommen werden. Aktuell wird nach einem neuen Investor gesucht.