Hippe Missionare oder Freiheitsdiebe?

Markus Schmidt vor Plakat der Fachhochschule der Diakonie
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Markus Schmidt ist Rektor der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld, Professor für Praktische Theologie und Diakoniewissenschaft und Pfarrer im Ehrenamt.
Theologe bewertet BR-Doku
Hippe Missionare oder Freiheitsdiebe?
Der Bayerische Rundfunk nimmt in seiner Doku "Die hippen Missionare. Mit Jesus gegen die Freiheit?" drei charismatische Erneuerungsbewegungen unter die Lupe. Der Theologe Markus Schmidt, Experte für charismatische Bewegungen und spirituellen Missbrauch, hat sich die Doku angesehen und mit evangelisch.de darüber gesprochen.

evangelisch.de: Der BR zeigt in "Die hippen Missionare" charismatische Erneuerungsbewegungen wie Gebetshaus Augsburg, Loretto Gemeinschaft und Focus. Warum ziehen diese Gemeinschaften vor allem junge Menschen an? Welche Chancen und Risiken wie geistlichen Missbrauch gibt es? 

Prof. Dr. Markus Schmidt: Evangelikal-charismatische Gruppen, Initiativen und Strömungen sprechen Jugendliche erfolgreich an, weil sie einerseits niedrigschwellig die Kultur ihrer Zielgruppen aufnehmen und umsetzen, anderseits weil sie inhaltliche Schwellen nicht zu weit absenken, sondern vielmehr erkennbar halten. Niedrigschwelligkeit bedeutet hier nicht Profillosigkeit. Jugendliche suchen in der Regel beides: Ein erkennbares Profil und eine freiheitlich auftretende, einladende Kultur. Darin liegen Chancen und Herausforderungen, Potentiale und Risiken zugleich. 

Die Gefahr von Überbetonungen, theologischer Einseitigkeit oder auch des spirituellen Missbrauchs ist überall da gegeben, wo klare Positionierungen sowohl angeboten als auch gewünscht werden. Wo Vertrauen aufgebaut und starke Gruppen entstehen. Allerdings liegt diese Gefahr meist nicht in den Positionierungen und Positionen selbst begründet, sondern im Umgang mit ihnen: Welche Atmosphäre und welche Umfangsformen gibt es? Gibt es eine Atmosphäre der Fraglosigkeiten, der vermeintlichen Gewissheiten und vielleicht sogar der Tabus? Oder aber gibt es eine Atmosphäre des Dialogs, des Hinterfragens und der Kritikfähigkeit? In hochtemperierten Formen von Spiritualität ist genau dies entscheidend – aktive Reflexion und offene Kritik sind die beste Missbrauchsprävention.

"Was in die Ecke des 'Ultrakonservativen' geschoben wird, steht in der Gefahr, sich tatsächlich in diese Richtung zu entwickeln"

Wie sollten Kirche und Gesellschaft angemessen mit diesen Bewegungen umgehen?

Schmidt: Angemessen geht die Kirche mit diesen Bewegungen und Gruppen um, indem sie sowohl auf deren Potentiale als auch auf ihre Risiken eingeht. Einerseits sollten die Kirchen die Impulse der Bewegungen tatsächlich als Erneuerungen begreifen, was auch bedeutet, sich und ihre eigenen Strukturen von jenen unkonventionellen, modernitätskonformen und zielgruppenbezogenen Orientierungen hinterfragen zu lassen.

Andererseits sollten erkennbare und kontinuierliche Kommunikations- und Kooperationsangebote von den Kirchen an diese Gruppen ausgehen: Was in die Ecke des "Ultrakonservativen" geschoben wird, steht in der Gefahr, sich tatsächlich in diese Richtung zu entwickeln. Wo der Dialog und die Zusammenarbeit gesucht werden, wo man gemeinsame Projekte entwickelt, aber auch unterschiedliches Handeln als Arbeit am selben Ziel begreift, können echte oder vermeintliche Radikalisierungen am besten entschärft werden. Dazu gehört im Umgang mit geistlichen Erneuerungsbewegungen aber auch, erkennbar selbst Formen geistlicher Erneuerung zu leben.

Wie fair und ausgewogen ist die Doku erzählt? Wird sie ihrem Thema gerecht oder wird es eher zugespitzt dargestellt?

Schmidt: Der Dokumentation ist es zu verdanken, das Augenmerk auf jüngere Erneuerungsgruppen innerhalb der Katholischen Kirche gelegt zu haben, die sich in Deutschland zwar auf den Süden bzw. Südosten der Republik konzentrieren, gleichwohl aber ein internationales Phänomen sind. 
Die Frage ist, ob und wie die vorgestellten Gruppen vergleichbar sind. Ihr gemeinsamer Nenner liegt in der konfessionellen Verortung, der jugendkulturellen Gestaltungsformen und des Selbstverständnisses als Erneuerungsbewegung, die in einer säkularen Gesellschaft unweigerlich missionarisch auftreten muss. Dahingehend fallen auch konservative ethische Positionierungen als Gemeinsamkeit auf. 

An dieser Stelle fällt eine der Schwachstellen der Dokumentation auf: Eine angemessene Differenzierung der Gruppen fehlt. Stattdessen wird aus dem gemeinsamen Nenner eine pauschalisierende Überschrift gemacht. Mit dem vermeintlich offenen, aber rhetorischen Fragezeichen "Mit Jesus gegen die Freiheit?" wird bereits eine Wertung impliziert. Ist Freiheit in unserer Gesellschaft ein hohes, möglicherweise das höchste Gut, muss gezwungenermaßen alles, was das Etikett "gegen die Freiheit" erhält, als gesellschafts-, demokratie- oder schlimmstenfalls gar verfassungsfeindlich verstanden werden.

Die Rhetorik des Filmes lässt auch an anderer Stelle zu wünschen übrig. Schon immer war es ein probates Mittel, ideologische Gegner durch Hinweise auf ethisches, sexuelles oder finanzielles Fehlverhalten zu diskreditieren, was sich von den antiken griechischen und römischen Rednern bis hin zur Sektenpolemik des 19. Jh., aber auch in der Gegenwart beobachten lässt. Die Doku ist keineswegs frei davon: Wenn junge Erwachsene sich für einen unkonventionellen und sexuell keineswegs mehrheitsfähigen Lebensentwurf entscheiden, muss dies Aufmerksamkeit erregen, wenn nicht sogar die skeptische Frage provozieren: Wird ehrlich gelebt, was gelobt wird? Steht eine solche Darstellung dann nahtlos neben Hinweisen auf Finanzen (hohe Investitionssummen des Passauer Bischofs in eine Bildungs- und Begegnungsstätte; hohe Teilnahmekosten an Jüngerschaftsschulen), muss automatisch die Schlussfolgerung entstehen, es handele sich um theologisch zweifelhafte und moralisch verwerfliche Gruppen – in ihrer jugendkulturellen Erscheinungsform sehen sie ja auch nicht aus wie die etablierte Kirche.

Schlussendlich bleibt im Sinne eines adäquaten Opferschutzes anzumerken, dass das Einspielen von Statements von Aussteigerpersonen zu selektiv erscheint: Welche Aussagen werden gezeigt, aber welche nicht? Wie ist die Auswahl begründet? Eine transparente Darstellung der journalistischen Vorgehensweise, der Auswahl der Beispiele und der Zielstellung fehlt. Ein breiteres Spektrum von Insider-, Outsider- und Aussteigerstatements wäre zu wünschen.

Wie unterscheiden sich denn die in der Dokumentation dargestellten Gruppen (Gebetshaus Augsburg, Loretto Gemeinschaft und Focus) von anderen christlichen Strömungen und worin ähneln sie sich?

Schmidt: Die in der Dokumentation besprochenen Gruppen sind Gemeinschaften bzw. Vereinigungen, die überwiegend in den Bereich der innerkirchlichen charismatischen Bewegungen gehören und damit Teil des pentekostalen, also pfingstlichen Zweig des Christentums sind. Dieser ist – weltweit gesehen – derzeit der am stärksten wachsende Zweig des Christentums, was insbesondere auf den Globalen Süden zutrifft. In den 1960er und 70er Jahren sind Impulse aus der Pfingstbewegung in die traditionellen christlichen Kirchen eingegangen und führten zur innerkirchlichen charismatischen Bewegung. In der Römisch-Katholischen Kirche ist die charismatische Bewegung offiziell als Teil der Kirche anerkannt (Charismatische Erneuerung) und spielt auch in den westlichen Ländern keine zu vernachlässigende Rolle. 

Es werden Gemeinschaften besprochen, die allesamt mit der katholischen Charismatischen Erneuerung verbunden sind. Hinsichtlich ihrer pastoralen und missionarischen Aktivitäten weisen sie sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede auf. 

Das Gebetshaus Augsburg ist maßgeblicher Teil der deutschen und internationalen Gebetshaus-Bewegung und ist vor allem gottesdienstlich (Gebet, Lobpreis) und seelsorglich aktiv. Die Loretto Gemeinschaft ist eine neuere, insbesondere in Österreich und Deutschland regional strukturierte, gemeindlich und gemeinschaftlich orientierte Jugend-Kommunität mit unterschiedlichen Stufen verbindlicher Lebensformen. Focus wiederum ist ein aus den USA stammendes, internationales und ebenso in Deutschland organisiertes katholisches Missionswerk, das sich an Studierende richtet.

Gemeinsam ist den drei Gruppen die explizite Betonung von Lobpreis, gemeinsamem Gebet, Seelsorge, Zurüstung, Mission und Gemeinschaft. Sie treffen sich in Formen der Jugendkultur, in einem hohem Trend- und Modernitätsbewusstsein und im Ziel geistlicher Erneuerung. Jugendkultur kommt dabei mit traditionellen Formen katholischer Gottesdienste und Formen klösterlich orientierter Spiritualität zusammen.

Während das Gebetshaus Augsburg deutlicher ein gemischtkonfessionelles Publikum anzieht und auch von vielen landeskirchlichen evangelischen Christinnen und Christen besucht wird, sind Loretto und Focus deutlicher auf junge katholische Menschen ausgerichtet, missionarisch aktiv und fördern explizit traditionelle Praxisformen katholischer Spiritualität wie Messfeiern, eucharistische Anbetungen und Stundengebete. In der Loretto Gemeinschaft finden sich jugendgemäße Zugänge zu verbindlichen Lebensformen nach den Evangelischen Räten (Anm. d. Red.: Evangelische Räte sind die drei christlichen Lebensideale Armut, Keuschheit und Gehorsam, die Jesus seinen Jüngern empfahl, um "vollkommen" zu leben, Mt 19,21), womit Merkmale des Ordenslebens und der christlichen Askese aufgenommen werden. Bei Focus wird eine konzentriert evangelistische Tätigkeit nach evangelikalen Vorbildern praktiziert.

Überhaupt ist es eine Schnittmenge der genannten Gruppen, aber auch der innerkirchlichen charismatischen Bewegungen insgesamt, zunehmend Gemeinsamkeiten und Mischformen mit evangelikaler Spiritualität auszubilden. Standen sich bis etwa zum Ende des 20. Jahrhunderts Evangelikalismus und charismatische Bewegung bzw. Evangelikalismus und Katholische Kirche jeweils als Gegner gegenüber, haben sich heute breite Mischformen entwickelt, für die sich als treffende Bezeichnungen "evangelikal-charismatisch" und neuerdings das Kunstwort "katholikal" herausgebildet haben.

"Der Begriff 'ultrakonservativ' eignet sich kaum für eine ausgewogene Argumentation, sondern wirkt unweigerlich als rhetorischer Abgrenzungs- oder gar Kampfbegriff"

Wie sind die Gruppen theologisch einzuordnen, besonders bei Ehe, Sexualität, Mission und christlicher Freiheit? Sind sie wirklich "ultrakonservativ", und ist der Vorwurf eines selektiven Bibelverständnisses berechtigt?

Schmidt: Diese und andere vergleichbare evangelikal-charismatische Gruppen, Initiativen und Strömungen docken an Jugendkulturen an. Seit ihren Anfängen setzen pfingstlich-charismatische Bewegungen bewusst ein Gegenmodell zum bürgerlichen, etablierten Christentum. Diese Bewegungen entstehen als unmittelbare Antwort auf die Grundprozesse der Moderne wie etwa Säkularisierung, Rationalisierung, Individualisierung und zunehmende Vielfalt.

Die Gruppen kritisieren moderne Spiritualität, die nur auf Vernunft setzt. Sie hinterfragen auch bestimmte wissenschaftliche Bibelauslegungen. Gleichzeitig entwickeln sie hochmoderne, trendige, "hippe" und technikaffine Kulturformen. Das ist kein Widerspruch. Es wird die Bandbreite der Diversität heutiger Jugendkulturen aufgegriffen und mit der sehr eindeutig wirkenden Traditionsbindung bestimmter Spiritualitäten kombiniert. Am Beispiel gesprochen: Das Gebetshaus Augsburg verbindet situative, jugendkulturelle Treffen mit konservativ theologischer Bildung; die Loretto Gemeinschaft verbindet Lobpreismusik mit Keuschheit und Gehorsam; Focus verbindet missionarisches Handeln mit liturgischen Gottesdiensten. 

Theologisch, insbesondere ethisch gehören diese Gruppen erkennbar in den konservativen christlichen Bereich. "Konservativ" ist freilich ein vergleichender Begriff. Er ist in seiner Gewichtung abhängig von seiner Umwelt. Das trifft auf den Begriff "ultrakonservativ" erst recht zu, wobei dieser sich für eine ausgewogene Argumentation kaum eignet, sondern unweigerlich als rhetorischer Abgrenzungs- oder gar Kampfbegriff wirkt.

Umgekehrt gibt es aber auch Monopolisierungstendenzen im evangelikal-charismatischen Spektrum, welche dessen – theologische, ethische, kulturelle und politische – Vielfalt überdecken und unsichtbar machen, weil bestimmte, meist im angloamerikanischen Raum verankerte Gruppen bzw. Kirchen den spirituellen Markt dominieren und damit vermeintlich einheitliche Maßstäbe suggerieren. Sie sind als Reaktion auf moderne Entwicklungen entstanden und lehnen zugleich ethische Liberalisierung ab.

Zwar ist heute auch im evangelikal-charismatischen Bereich eine zunehmende Vielfalt an ethischen Positionierungen festzustellen, insbesondere eine zunehmende Reflexion der Bedeutung sozialer Verantwortung. Im Blick auf Sexualität, Ehe/Familie und Lebensschutz treten die Gruppen jedoch überwiegend konservativ auf. Praktizierte Sexualität wird an die zweigeschlechtlich verstandene Ehe geknüpft. Eingriffe am Anfang bzw. Ende des Lebens wie Abtreibung, assistierter Suizid oder aktive Sterbehilfe werden abgelehnt. Je nach Färbung werden diese Positionierungen öffentlich oder gar öffentlichkeitswirksam vertreten.

Es steckt in den Genen des Evangelikalismus, aber auch der charismatischen Bewegungen und des konservativen Katholizismus, die sich allesamt als Erneuerungsbewegungen des Christentums verstehen, sich stark normativitätsbetont auf die Bibel als Richtschnur in ethischen Fragen beziehen. Je nach modernitätskritischer Färbung spannt sich das Spektrum dabei von konservativ bis fundamentalistisch (auch Fundamentalismus ist nichts anderes als ein Phänomen der Moderne), was jedoch keineswegs pauschalisierend formuliert werden darf und angesichts weiter zunehmender Diversitäten auch innerhalb der einzelnen Gruppen individuell zu differenzieren wäre. 

Nicht selten unterscheiden sich "offizielle", also von Leitungspersonen formulierte Positionen von "rezipierter", also von Teilnehmenden oder Mitgliedern vertretenen und gelebten Theologien. Dies kann praktisch einerseits bedeuten, das Teilnehmende oder Mitglieder "liberaler" auftreten als die "konservativen" Gruppen, zu denen sie sich zählen. Andererseits und vermutlich sogar häufiger dürfte das umgekehrte Phänomen der Fall sein, wenn Teilnehmende oder Mitglieder sich "konservativer" von "liberaleren offiziellen" Standpunkten abgrenzen oder auf diese projizieren, was dann verschärfend wirkt. Beide Tendenzen können zwischen den Zeilen in der Dokumentation wiedererkannt werden.

"Die größte Freiheit ist die der selbstlosen Hingabe an das Geheimnis Gottes und den Nächsten"

Inwiefern steht das Freiheitsverständnis dieser Bewegungen im Einklang mit biblischen Aussagen (z.B. Galater 5,1), und ist der Vorwurf gerechtfertigt, sie würden "gegen die Freiheit" agieren? 

Schmidt: Die Dokumentation unterstellt den vorgestellten Gruppen, "gegen die Freiheit" zu agieren. Freiheit ist in unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft ein unendlich hohes Gut. Angesichts gesellschaftlicher und politischer Radikalisierungen steht sie in Gefahr. Zugleich gilt Freiheit im theologischen Sinne als das Kernmerkmal des Christentums: "Zur Freiheit hat uns Christus befreit!" (Galater 5,1) Theologisch gemeint ist die Befreiung von Verstrickungen, spirituellen oder sozialen Versklavungen, von Sünde, von Tod, von der Macht des Bösen und von der Last der Unerfüllbarkeit religiöser Gesetzesfülle. 

Theologisch nicht gemeint ist die Freiheit von religiösen Formen, von ethischen Gesetzen und Normen etc. Mit der Auferweckung Jesu vom Tod hat Gott von allem befreit, was das Leben zerstört – aber damit dies keine bloße Vertröstung auf ein künftiges Jenseits ist, sollen wir diese Befreiung in unserem Alltag zu leben versuchen: durch praktizierte Nächstenliebe, durch die Ernsthaftigkeit spiritueller Formen, durch soziales und politisches Engagement genauso wie durch persönliche Heiligung. 

Freiheit entsteht dann, wenn sie dem Gegenüber Freiheit lässt und ermöglicht, andererseits man selbst Grade der Verbindlichkeit freiwillig eingeht und lebt. Die größte Freiheit ist die der selbstlosen Hingabe an das Geheimnis Gottes und den Nächsten. Schon das frühe Christentum (sowohl im Neuen Testament als auch in der Alten Kirche) fiel dadurch auf, dass vitale Glaubensformen mit Verbindlichkeit in der Gemeinschaft und mit sozialem Engagement gekoppelt waren. Freiheit heißt also nicht, beliebig zu tun oder zu lassen, was man als Einzelperson gerade möchte – zumindest wäre dies ein deutlich unterbelichteter Freiheitsbegriff.

Die Grenzen der Freiheit sind allerdings auch und gerade dann berührt, wenn Glaubensformen als einengend, Dialog verweigernd oder übergriffig erlebt werden. Im Fall des Gebetshauses Augsburg, der Loretto-Gemeinschaft oder des Focus-Missionswerks kann das zwar keineswegs pauschal unterstellt werden, dass Menschen allerdings kritische oder kritikwürdige Begegnungen mit diesen Gruppen gemacht und bestimmte Formen von Kommunikation oder Spiritualität nicht als befreiend erlebt haben, ist jedoch einigermaßen 
wahrscheinlich, da dies quasi auf jede Erneuerungsbewegung zutrifft. Dies sollten sich die genannten Gruppen selbstkritisch auf die Fahnen schreiben.