Osterreiter in der Oberlausitz unterwegs

Sorbische Osterreiter reiten an Ostersonntag 2026) in Ralbitz in der Lausitz
epd/Matthias Schumann
Osterreiter hoch zu Roß an Ostersonntag in Ralbitz. Die Reiterprozessionen gibt es in der sorbischen Oberlausitz seit 500 Jahren.
Sorbische Tradition zu Ostern
Osterreiter in der Oberlausitz unterwegs
Seit mehr als 500 Jahren wird in der sächsischen Oberlausitz der Brauch des Osterreitens gepflegt. Bis heute ist die Teilnahme nur Männern vorbehalten. In diesem Jahr gibt es neun Prozessionen.

In der katholisch geprägten Oberlausitz haben am Ostersonntag mehr als 1.000 Osterreiter die christliche Botschaft der Auferstehung Jesu Christi verkündet. In diesem Jahr waren insgesamt neun Prozessionen geplant, wie das Bistum Dresden-Meißen mitteilte. Die Routen erstreckten sich zwischen Kamenz, Bautzen und Hoyerswerda.

Traditionell sind die Osterreiter auf Pferden singend und betend in die jeweiligen Nachbarorte unterwegs. Das Osterreiten ist ein fester Bestandteil der mehr als 500 Jahre alten katholisch-sorbischen Tradition. Die Teilnahme ist bis heute nur Männern vorbehalten. Weil der Pferdebestand in der Lausitz inzwischen begrenzt ist, leihen sich viele Prozessionsteilnehmer für den Ostersonntag Pferde aus - zum Teil auch außerhalb Sachsens.

Wurzeln in vorchristlicher Zeit

Unter dem Läuten der Kirchenglocken und mit Gesang führt eine Prozession jeweils von der Heimatkirche aus um die Felder bis ins nächste Dorf. Die festlich gekleideten Reiter sitzen auf geschmückten Pferden und führen Kreuz und Kirchenfahnen mit.

Laut Überlieferungen fanden Ende des 15. Jahrhunderts zwischen Hoyerswerda und Wittichenau erstmals katholische Oster- oder Kreuzreiter-Prozessionen statt. Die Wurzeln dieses Brauchs reichen aller Wahrscheinlichkeit nach jedoch bis in vorchristliche Zeiten zurück. Durch Feldumritte glaubte man, die jungen Saaten vor der Missgunst des Bösen schützen zu können.