Wiesbaden (epd). In Berufen, in denen ein ausgeprägter Mangel an Arbeitskräften besteht, werden offene Stellen teilweise mit Personen besetzt, deren Fähigkeiten nicht vollständig den Anforderungen entsprechen. Rund ein Drittel der Beschäftigten in Engpassberufen weisen demnach Defizite beim Lesen, in Mathematik und beim Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien auf, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Insgesamt habe rund ein Viertel der Beschäftigten auf dem Arbeitsmarkt Kompetenzlücken.
Das Ausscheiden der Babyboomer aus dem Erwerbsleben dürfte diese Entwicklung laut BiB künftig verstärken. Dies gelte vor allem für Berufe im mittleren Qualifikationsniveau, wie im Bau, Handwerk, Verkauf und der Pflege, für die in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung nötig sei. Bei Tätigkeiten mit höherem Anforderungsniveau - etwa mit Meister-, Techniker- oder Hochschulabschluss - seien die Kompetenzlücken auch in Engpassberufen hingegen nicht höher als in anderen Bereichen.
Berufliche Ausbildung und Weiterbildung stärken
Mögliche Folgen solcher Kompetenzlücken beträfen sowohl Betriebe als auch Beschäftigte. Unternehmen könnten mit Effizienz- und Produktivitätseinbußen konfrontiert sein. Beschäftigte wiederum berichten laut BiB häufiger von Überforderung, erhöhtem Stress und geringerer Arbeitszufriedenheit.
Um Engpässe zu bekämpfen, empfiehlt das BiB die Stärkung der beruflichen Ausbildung in den besonders betroffenen Bereichen sowie Möglichkeiten für Weiterbildungen in Unternehmen.



