Sudan: Welthungerhilfe drängt auf freien Zugang

Sudan: Welthungerhilfe drängt auf freien Zugang
Vor der Sudan-Konferenz in Berlin fordert die Welthungerhilfe sicheren Zugang für Hilfsorganisationen. Steigende Preise und fehlende Mittel verschärfen die Not von Millionen Hungernden.

Berlin (epd). Vor dem Sudan-Gipfel hat die Welthungerhilfe Unterstützung für humanitäre Einsätze in dem nordostafrikanischen Land gefordert. „Humanitäre Hilfe muss unabhängig von einer Waffenruhe geleistet werden können“, sagte Generalsekretär Mathias Mogge am Dienstag in Berlin. Nötig seien ein uneingeschränkter Zugang für Hilfsorganisationen, der Schutz der Zivilbevölkerung und deutlich mehr finanzielle Mittel. Die Konferenz am Mittwoch müsse hierzu „klare Ergebnisse liefern“.

Die Arbeit im Sudan ist nach Angaben der Organisation mit hohen Risiken verbunden. Die Teams arbeiteten unter ständiger Unsicherheit, sagte Mogge: „Jeder Tag erfordert neue Entscheidungen darüber, wie Hilfe überhaupt möglich ist.“ Unterbrochene Lieferketten und steigende Transportkosten infolge des Iran-Krieges verschlechterten die katastrophale Versorgungslage in der Bevölkerung zusätzlich.

Geberkonferenz in Berlin

Drei Jahre nach Kriegsbeginn zwischen der Armee und der paramilitärischen RSF-Miliz leidet der Sudan laut Vereinten Nationen unter der größten humanitären Krise weltweit. Rund 33,7 Millionen Menschen - etwa zwei Drittel der Bevölkerung - sind auf Unterstützung angewiesen, mehr als 11,6 Millionen sind auf der Flucht. Über 19 Millionen Menschen leiden unter akutem Hunger. Die internationale Finanzierung bleibt nach UN-Angaben weit hinter dem Bedarf zurück: Bislang sind für 2026 nur 16 Prozent der benötigten Mittel gedeckt.

Am Mittwoch richtet die Bundesregierung in Berlin gemeinsam mit der EU, Frankreich, Großbritannien, den USA und der Afrikanischen Union eine internationale Sudan-Konferenz aus. Sie soll Aufmerksamkeit sowie mehr Hilfe für die Bevölkerung mobilisieren und die Friedensverhandlungen voranbringen.

Die Welthungerhilfe gehört zu den größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland. Sie ist seit 1998 im Sudan aktiv und unterhält dort mehrere Büros, auch in umkämpften Regionen wie Nord-Dafur.