Arolsen Archives haben neuen Leiter

Arolsen Archives haben neuen Leiter
Die Arolsen Archives haben mit Moritz Wein einen neuen Direktor: Der österreichische Experte für die Geschichte des nationalsozialistischen Judenmords und Antisemitismus-Prävention nennt die Erinnerungskultur eine aktive gesellschaftliche Aufgabe.

Bad Arolsen (epd). Der Politikwissenschaftler Moritz Wein ist neuer Direktor der Arolsen Archives, des weltweit größten Archivs zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Der 37-jährige Österreicher sei vom Internationalen Ausschuss berufen worden, einem Aufsichtsgremium, das sich aus Regierungsvertreterinnen und - vertretern aus elf Ländern zusammensetzt, teilten die Arolsen Archives am Mittwoch im nordhessischen Bad Arolsen mit. Wein ist bereits seit 1. April Nachfolger der französischen Menschenrechtsexpertin Floriane Azoulay, die die Arolsen Archives von 2016 bis 2025 geleitet hatte.

„Mit Moritz Wein gewinnen die Arolsen Archives einen ausgewiesenen Experten für Holocaust Education und Antisemitismus-Prävention mit breiter internationaler Vernetzung“, hieß es. Wein arbeitete demnach zuletzt im österreichischen Bundesministerium für Bildung in der Abteilung „Bilaterale internationale Angelegenheiten - Holocaust Education“. Zuvor war er stellvertretender Geschäftsführer des Bildungsprogramms „Erinnern.at“. Zudem bringe er umfangreiche Erfahrung aus internationalen Gremien mit.

Sammlung gehört zum Unesco-Weltdokumentenerbe

Erinnerungskultur sei nicht nur ein Rückblick, sondern eine aktive gesellschaftliche Aufgabe in der Gegenwart, sagte Wein. Dies sei nötig insbesondere in Zeiten, in denen demokratische Werte und historische Fakten zunehmend unter Druck gerieten. Die Sammlung der Arolsen Archives mit Hinweisen zu rund 17,5 Millionen Menschen gehört zum Unesco-Weltdokumentenerbe.