Ökumenische Karfreitagsprozession

Rote Bänder werden um die Handgelenke einer Jesusfigur am Kreuz gebunden.
epd-bild/Thomas Lohnes
Solche barocken Prozessionsumzüge, wie hier 2025 im fränkischen Lohr am Main, gab es bis ins 18. Jahrhundert in zahlreichen Städten im süddeutschen Raum. (Symbolbild)
Hunderte unterwegs in Berlin
Ökumenische Karfreitagsprozession
Die Kirchen in der Hauptstadtregion haben am Karfreitag mit öffentlichen Prozessionen und Kreuzwegen an den Tod Jesu Christi erinnert. In Berlin zogen mehrere hundert Menschen von der Marienkirche am Alex zur St. Hedwigs-Kathedrale am Bebelplatz.

Mit einer Prozession durch die östliche Berliner Innenstadt haben die Kirchen am Karfreitag an das Leiden und den Tod Jesu Christi am Kreuz erinnert.

Der etwa ein Kilometer lange Weg führte von der evangelischen St. Marienkirche am Alexanderplatz zur katholischen St. Hedwigs-Kathedrale am Bebelplatz. Mehrere hundert Menschen beteiligten sich an dem Schweigezug, an dessen Spitze ein drei Meter hohes grünes Kreuz getragen wurde.

Angeführt wurde die Karfreitagsprozession vom evangelischen Berliner Bischof Christian Stäblein, dem katholischen Erzbischof Heiner Koch, dem griechisch-orthodoxen Bischof Emmanuel von Christoupolis und der Berliner Generalsuperintendentin Julia Helmke. An mehreren Zwischenstationen wurden aktuelle Leidensgeschichten vorgetragen, etwa von kriegsbedingten Traumata oder den Folgen sexualisierter Gewalt.

Mittelalterliche Kreuzwege

Die Berliner Karfreitagsprozession gibt es seit 2010. Sie knüpft an die Tradition der frühen mittelalterlichen Kreuzwege an. Als Kreuzweg wird der Leidensweg Jesu Christi durch Jerusalem vor seiner Hinrichtung durch die römischen Herrscher vor rund 2.000 Jahren bezeichnet.

Das Kreuz wird bei dem Rundgang traditionell abwechselnd von jeweils sechs Menschen unterschiedlicher christlicher Konfessionen getragen. In den vergangenen Jahren hatten sich ebenfalls Hunderte Menschen an der Prozession beteiligt.

Prozession auch in Potsdam

Auch an anderen Orten der Hauptstadtregion gab es am Karfreitag Prozessionen. So führte etwa eine evangelische Schweigeprozession durch die Potsdamer Innenstadt von der St. Nikolaikirche über sieben Stationen zur Nagelkreuzkapelle.