UN prangern vermehrten Einsatz von Drohnen im Sudan an

UN prangern vermehrten Einsatz von Drohnen im Sudan an
Seit Jahresbeginn sind im Sudan Hunderte Menschen bei Drohnenangriffen getötet worden. Der bisher verheerendste Angriff galt einem Krankenhaus.

Genf (epd). Die Vereinten Nationen haben den zunehmenden Einsatz von Kampfdrohnen gegen Zivilisten im Sudan-Krieg angeprangert. Von Anfang Januar bis Mitte März seien mehr als 500 Zivilistinnen und Zivilisten in dem nordostafrikanischen Land durch die Flugkörper getötet worden, teilte das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte am Dienstag in Genf mit.

Bei dem bislang schlimmsten Angriff des Jahres seien am vergangenen Freitag laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis zu 70 Menschen getötet worden, darunter Frauen und Kinder. Getroffen worden sei ein Ausbildungskrankenhaus in Al-Deain, der Hauptstadt des Bundesstaates Ost-Darfur. Das Krankenhaus liege in einem Gebiet, das von den Milizen der „Rapid Support Forces“ (RSF) kontrolliert werde.

Angriffe auf zivile Infrastruktur

Am selben Tag haben laut dem UN-Hochkommissariat in Ad-Dabbah im Nord-Bundesstaat Drohnen zivile Infrastruktur getroffen. Darunter seien ein Umspannwerk und eine Ingenieurshochschule gewesen. Berichten zufolge seien sechs Menschen ums Leben gekommen. Die Stromversorgung des Ortes sei vollständig unterbrochen worden. Das Gebiet werde von der Armee kontrolliert.

Im Sudan führen die reguläre Armee und die paramilitärische RSF-Miliz seit knapp drei Jahren einen erbitterten Krieg um die Macht und die Kontrolle über die Ressourcen. Der Krieg, der im April 2023 mit Kämpfen in der Hauptstadt Khartum begann, hat eine der größten Vertreibungs- und Hungerkrisen weltweit ausgelöst. Zehntausende Menschen wurden getötet. Mehr als 13 Millionen Sudanesinnen und Sudanesen sind auf der Flucht, fast 34 Millionen Menschen brauchen laut den Vereinten Nationen Hilfe zum Überleben.