Nach der rechtlichen Vermählung auf dem Standesamt wollen viele Menschen noch kirchlich heiraten. Manchmal tauchen dann Fragen auf. Hier finden Sie die Antworten dazu.
1. Warum heißt es Trauung?
Die Trauung bezeichnete ursprünglich das "Anvertrauen" einer Frau an ihren zukünftigen Ehemann. Das Wort ist eng mit dem gegenseitigen Vertrauen verbunden, das sich die Partner schenken. Im kirchlichen Sprachgebrauch steht die Trauung für das Versprechen, einander treu zu sein und sich zu vertrauen.
2. Was ist eine kirchliche Trauung?
Eine kirchliche Trauung ist ein Gottesdienst anlässlich einer Eheschließung. Das Paar verspricht sich vor Gott und der Gemeinde, zusammen zu bleiben und füreinander da zu sein. Mit einer kirchlichen Trauung bittet man als Paar um Gottes Segen für die Beziehung. Die Ehe ist nach evangelischem Verständnis eine zivilrechtliche Angelegenheit, deshalb wird die Trauung in der evangelischen Kirche immer erst nach einer standesamtlichen Hochzeit stattfinden. Die Ehe gilt nicht als Sakrament.
3. Wer darf sich kirchlich trauen lassen?
Evangelisch trauen lassen können sich Paare, von denen mindestens ein Teil der evangelischen Kirche angehört.
4. Muss man vorher standesamtlich heiraten?
Ja, in Deutschland muss man zuerst auf dem Standesamt heiraten. Erst danach kann man in der Kirche eine Trauung feiern.
5. Wie läuft eine kirchliche Trauung ab?
Die Trauung ist ein Gottesdienst und findet darum meistens in einer Kirche statt. Es gibt Lieder, Gebete, eine Ansprache vom Pfarrer oder der Pfarrerin und das Eheversprechen. Am Ende bekommen beide Partner:innen den Segen. Eine ausführliche Schilderung findet sich hier.
6. Kann man die Musik und die Lieder selbst aussuchen?
Oft dürfen sich die Paare Lieder wünschen. Es gibt aber auch Lieder, die in der Kirche üblich sind. Am besten spricht man mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin darüber, was man sich wünscht. Hier ein paar Liedtipps als Inspiration.
7. Was ist ein Trauspruch?
Ein Trauspruch ist ein Satz aus der Bibel, den sich das Paar für seine Trauung aussucht. Er soll die Ehe begleiten und Mut machen. evangelisch.de kann bei der Suche helfen.
8. Braucht man Trauzeug:innen?
In der Kirche sind Trauzeug:innen nicht unbedingt Pflicht, aber viele Paare wünschen sich welche. Sie unterstützen das Paar und sind bei der Trauung dabei.
9. Was kostet eine kirchliche Trauung?
Für Mitglieder der Kirche kostet die Trauung meistens nichts. Manchmal gibt es kleine Kosten, zum Beispiel für Blumen oder Musik.
10. Kann man auch draußen heiraten?
Normalerweise findet die kirchliche Trauung in der Kirche statt. Manchmal ist aber auch eine Trauung draußen möglich. Das muss man mit der Kirchengemeinde besprechen.
11. Was ist mit einer kirchlichen Trauung, wenn beide aus der Kirche ausgetreten sind?
Dann ist eine kirchliche Trauung eigentlich nicht möglich aber es gäbe natürlich eine Lösung, nutzt die Gelegenheit und tretet wieder ein.
12. Können auch gleichgeschlechtliche Paare kirchlich heiraten?
In den meisten evangelischen Kirchen in Deutschland ist das möglich. Am besten fragt man in der eigenen Gemeinde nach, wie es dort geregelt ist.
13. Muss man regelmäßig in die Kirche gehen, um kirchlich heiraten zu dürfen?
Nein, man muss nicht regelmäßig in die Kirche gehen. Es reicht, wenn beide (oder einer) Mitglied der Kirche ist. Ein Gespräch mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin ist aber wichtig.
14. Was passiert beim Traugespräch?
Vor der Trauung gibt es ein Treffen mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin. Dort bespricht man den Ablauf, die eigenen Wünsche und den Trauspruch. Paare können alle offenen Fragen stellen.
15. Dürfen Kinder oder Freund:innen bei der Trauung mitmachen?
Ja, das ist oft möglich! Kinder oder Freunde können zum Beispiel ein Gedicht vorlesen, Musik machen oder Blumen streuen. Seine Wünsche sollte man einfach ansprechen.
16. Was ist, wenn wir schon Kinder vor der Ehe haben?
Das ist überhaupt kein Problem. Kinder können gerne bei der Trauung dabei sein und auch mitmachen, wenn man möchte.
17. Können wir unsere Kirche frei wählen?
Am einfachsten heiratet man in der Kirche, zu der man gehört. Mit Absprache ist aber auch eine andere Kirche möglich.
18. Wie lange dauert eine kirchliche Trauung?
Eine kirchliche Trauung dauert ungefähr 30 bis 60 Minuten, je nachdem, wie viele Lieder oder Beiträge es gibt.
19. Gibt es besondere Kleidungsvorschriften für die Trauung?
Nein, mann kann anziehen, was einem gefällt. Viele tragen festliche Kleidung, aber es gibt keine festen Regeln.
20. Muss mann bestimmte Unterlagen für die Trauung mitbringen?
Ja, meistens braucht es die Personalausweise und die Heiratsurkunde vom Standesamt. Amm besten fragt man vorher beim Pfarramt nach.
21. Was ist mit einer kirchlichen Hochzeit, wenn wir aus verschiedenen Kirchen kommen?
Das ist in der Regel kein Problem. Man sollte vorher mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin sprechen. Manchmal kann sogar ein gemeinsamer Gottesdienst gestaltet werden.
22. Kann man kirchlich heiraten ohne Taufe oder Konfirmation?
Voraussetzung für eine kirchliche Trauung ist, dass ein Teil des Paares der Kirche angehört. Für eine Kirchenmitgliedschaft ist wiederum eine Taufe nötig. Entsprechend gilt die Taufe als Voraussetzung für eine evangelische Trauung. Eine Konfirmation ist dagegen kein Muss.
23. Kann man als Paar festlegen, an wen die Kollekte der evangelischen Trauung geht?
Wofür Kollekten in Gottesdiensten verwendet werden, bestimmt das Presbyterium der jeweiligen Kirchengemeinde. Möchte ein Paar, dass die Kollekte im eigenen Traugottesdienst für einen bestimmten Zweck verwendet wird, kann das vorab mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin vorab besprochen werden.
24. Gibt es eine Nottrauung in der evangelischen Kirche?
Über eine Nottrauung entscheidet der Staat. Sie wird genehmigt, wenn laut ärztlichem Zeugnis das Lebensende eines Partners oder einer Partnerin bevorsteht. Die staatliche Eheschließung ist dann formlos: Sie ist ohne die Urkunden zu Personenstand, Wohnsitz oder Staatsangehörigkeit möglich. Im Anschluss kann man sich auch evangelisch trauen lassen.
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