Anti-Atomkraft-Initiativen wollen ab Dienstagabend gegen die geplanten Castor-Transporte durch Nordrhein-Westfalen protestieren. Für 18 Uhr rufen sie in Ahaus zu einer Demonstration vom Bahnhof zum Rathaus auf, wie das Aktionsbündnis "Stop Westcastor" in Jülich und weitere Initiativen ankündigten. Ab 20 Uhr bis zur Ankunft des Transports soll eine Dauer-Mahnwache vor dem Zwischenlager Ahaus stattfinden. Vor dem Forschungszentrum in Jülich ist ebenfalls ab 18 Uhr eine Dauer-Mahnwache geplant, bis der Transport dort losfährt.
Die Initiativen erwarten, dass in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch der erste von mehreren geplanten Transporten stattfinden könnte. Insgesamt sollen 152 Behälter mit hochradioaktivem Atommüll 170 Kilometer von Jülich im Rheinland durchs Ruhrgebiet nach Ahaus im westlichen Münsterland gebracht werden. Laut der Gewerkschaft der Polizei in NRW ist ein Großeinsatz mit mehreren Tausend Einsatzkräften geplant, um Blockaden zu verhindern. In den vergangenen Wochen und Monaten hatten Anti-Atomkraft- und Umweltschutzgruppen bereits mehrfach gegen die Transporte demonstriert.
Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (Base) hatte im vergangenen Jahr die Genehmigung für Castor-Transporte vom Forschungszentrum Jülich ins Atommülllager Ahaus erteilt. Demnach sollen die Behälter mit rund 300.000 Brennelementkugeln aus dem Forschungszentrum Jülich ins Münsterland gebracht werden. Die Betriebserlaubnis für die Lagerstätte in Jülich ist seit Jahren ausgelaufen. Auch das Lager in Ahaus ist lediglich ein Zwischenlager. Die Brennelemente stammen aus dem 1988 stillgelegten Versuchsreaktor Jülich.



