Ex-Trigema-Chef Grupp: Meine Depressionen sind weg

Ex-Trigema-Chef Grupp: Meine Depressionen sind weg
Der Unternehmer Wolfgang Grupp hält sich nach einer depressiven Phase wieder für gesund. Seine Depressionen seien weg, sagte er der "WirtschaftsWoche". Seinen Suizidversuch bereue er.

Burladingen (epd). Der langjährige Chef des Textilunternehmens Trigema, Wolfgang Grupp, hat erstmals öffentlich über seine Depression und seinen Suizidversuch gesprochen. In einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der „WirtschaftsWoche“ sagte der Unternehmer aus Burladingen (Baden-Württemberg), er fühle sich heute wieder wohl. Seine Depressionen seien weg.

Als Auslöser für seine Erkrankung nannte er die Übergabe seiner Firma. Nach 55 Jahren an der Spitze habe er die Verantwortung an seine Frau und seine Kinder abgegeben. „Ich stand vor einer Leere. Ich habe gedacht, dass ich nicht mehr gebraucht werde, beziehungsweise dass ich nicht mehr wichtig bin“, sagte Grupp. Diese Gedanken hätten ihn nachts wach gehalten.

Täglich eine Tablette

Seinen Suizidversuch im vergangenen Juli bezeichnete er als „eine Kurzschlussreaktion, die ich nachträglich sehr bereut habe und sicherlich nicht wiederholen würde“. Nach dem Vorfall habe er mehr als 2.000 Zuschriften erhalten. Er nehme nun täglich eine Tablette gegen Depressionen.

Inzwischen arbeitet Grupp wieder regelmäßig im Büro und kümmert sich um die Produktionsplanung. Er habe sich zudem mit seiner Biografie beschäftigt, die am 31. März erscheint, berichtete er. Autor ist „WirtschaftsWoche“-Chefreporter Volker ter Haseborg.

Das Leben sei ruhiger geworden, sagte Grupp. „Aber das ist auch schön in meinem Alter. Verantwortung kann auch eine Last sein.“ Halt finde er in seiner Familie. Er sei Großvater geworden und sehe sein im Nachbarhaus wohnendes Enkelkind jeden Tag.