Warum der St. Patrick's Day so ausgelassen gefeiert wird

Verkleideter Heiliger Patrick in Dublin
epd-bild / Fremdenverkehrsamt
Am 17. März ist St. Patrick's Day, an dem die Iren ihren Nationalheiligen mit Paraden, Volkstanz, traditioneller Musik und ganz viel Guinness-Bier feiern.
Irlands grünstes Fest
Warum der St. Patrick's Day so ausgelassen gefeiert wird
Auch in manchen Irish Pubs in Deutschland wird heute der St. Patrick’s Day gefeiert. Rund um den 17. März färben sich die irischen Kneipen in vielen Städten grün: Es gibt Live-Musik, Guinness vom Fass und Gäste mit Kleeblättern auf dem Hut. Was hierzulande oft wie ein ausgelassenes Kneipenfest wirkt, hat jedoch tiefere Wurzeln.

Ich war in den vergangenen Tagen in Dublin unterwegs, im Epizentrum der Feierlichkeiten, wo man schon Tage vor dem 17. März spürt, welche Bedeutung dieses Fest für Irland hat.

Dublin war ein grünes Meer. Hüte mit Kleeblättern, Schaufenster voller Irland-Flaggen, Musiker an jeder zweiten Straßenecke. Wer durch die Straßen geht, merkt schnell: Hier wird nicht einfach ein kirchlicher Gedenktag vorbereitet, sondern ein Volksfest, das Menschen aus vielen Nationen anzieht.

Doch hinter all den Paraden, dem Trubel und der Farbe Grün steht tatsächlich eine historische Gestalt: Patrick von Irland. Der Missionar gilt als derjenige, der das Christentum im 5. Jahrhundert auf der Insel entscheidend verbreitete. Der Legende nach, erklärte er den Iren die Dreifaltigkeit anhand eines Kleeblatts: Daher ist das Shamrock bis heute eines der wichtigsten Symbole des Tages.

Früher waren viele Pubs am 17. März geschlossen

Der St. Patrick’s Day selbst ist ursprünglich ein kirchlicher Gedenktag für Patricks Todestag. In der katholischen Tradition waren solche Tage meist eher still: Gottesdienst, Gebet, vielleicht ein gemeinsames Essen. Auch in Irland war das lange Zeit so. Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein waren viele Pubs am 17. März sogar geschlossen.

Zur Vorbereitung auf das Mega-Fest wird in Dublin die ganze Stadtkulisse passend zum St. Patrick's Day dekoriert.

Dass der Tag heute weltweit mit Paraden, Musik und viel Grün gefeiert wird, hat mehrere Gründe. Einer davon liegt außerhalb Irlands. Vor allem irische Auswanderer in den USA machten aus dem kirchlichen Gedenktag ein öffentliches Fest ihrer kulturellen Identität. Paraden gab es etwa schon früh in Städten mit vielen Iren wie Boston oder New York City. Von dort schwappte der festliche Stil später wieder zurück nach Irland.

Eine Ausnahme in der Fastenzeit

Hinzu kommt: Anders als viele andere Heiligenfeste fällt der St. Patrick’s Day mitten in die Fastenzeit: eine eigentlich eher stille Phase im Kirchenjahr. Für Irland wurde dieser Tag traditionell zur kleinen Ausnahme: Ein Tag, an dem die Fastenregeln gelockert wurden. Ein Grund mehr, gemeinsam zu essen, zu trinken und zu feiern.

So hat sich über die Jahrzehnte eine attraktive Mischung entwickelt. In Dublin merkt man in diesen Tagen besonders deutlich, dass sich diese Ebenen kaum noch trennen lassen. Da werden zum Beispiel Festzelte vor den Kirchen aufgebaut. Eine Party-Ecke folgt auf die andere.

Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis des St. Patrick’s Day: Zwischen Glauben, Geschichte und Ausgelassenheit erinnert der Tag viele Menschen daran, wie gemeinsames Feiern auch Ausdruck von Identität sein kann.