Kölner Dom führt Eintrittsgeld für Touristen ein

Kölner Dom führt Eintrittsgeld für Touristen ein
Touristinnen und Touristen müssen bald Eintritt zahlen, wenn sie den Kölner Dom besichtigen wollen. Mit dem Geld soll die Finanzlage des Weltkulturerbes stabilisiert werden. Die Details werden in den kommenden Wochen erarbeitet.
05.03.2026
epd
Von Nora Frerichmann (epd)

Köln (epd). Der Kölner Dom führt ein Eintrittsgeld ein. Das Domkapitel hat entschieden, dass touristische Besucherinnen und Besucher ab Juli 2026 eine Abgabe zahlen sollen, wie Dompropst Guido Assmann am Donnerstag in Köln ankündigte. Der genaue Betrag soll in den kommenden Wochen festgelegt werden. Mit dem Geld soll die Finanzlage der zum Weltkulturerbe gehörenden Kathedrale dauerhaft stabilisiert werden.

„Wir haben lange diskutiert und uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagte Assmann. Der Eintritt für Menschen, die Gottesdienste besuchen, eine Kerze anzünden oder zum Beten in den Dom kommen wollen, werde weiterhin kostenlos und in bestimmten Bereichen möglich sein. Das stehe „überhaupt nicht zur Debatte“, betonte er. Allerdings rechne er mit sinkenden Besucherzahlen.

Preise und Konzepte werden in kommenden Wochen erarbeitet

Die Details werden Assmann zufolge nun erarbeitet. „Wir werden uns in den kommenden Wochen Zeit nehmen und sorgsam ein Preisgefüge erstellen, über Sonderkonditionen und über mögliche 'Aktionstage' mit freiem Eintritt für bestimmte Besucherinnen und Besucher nachdenken“, erklärte der Domprobst. Dabei würden auch ein Wegeleitkonzept erarbeitet, Besuchsbereiche definiert, Vorbereitungen für den Ticketverkauf getroffen und verschiedene bauliche sowie organisatorische Maßnahmen erarbeitet.

Fest steht laut Assmann bereits, dass die Öffnungszeiten des Doms von 6 bis 20 Uhr bestehen bleiben. Er erwarte, dass durch die Gebühr weniger Menschen die Kathedrale besuchen werden. „Wir gehen davon aus, dass die neue Besichtigungsgebühr den 'Tagesbetrieb' im Dom deutlich beruhigt und dabei hilft, den Dom wieder stärker als Gotteshaus und sakralen Raum erfahrbar zu machen“, sagte Assmann. Den Angaben zufolge besuchen aktuell etwa sechs Millionen Menschen im Jahr die Kölner Kathedrale.

Rücklagen „in absehbarer Zeit“ aufgebraucht

Der Dom hatte in den vergangenen Jahren mehrfach deutliche Defizite verzeichnet. Die Zuweisungen seien nahezu konstant, sagte Domrendant Clemens van de Ven. Doch die Kosten nähmen etwa durch Inflation und Lohnsteigerungen zu.

2024 hatte der Dom in seinem Finanzbericht ein Minus von 240.000 Euro verzeichnet. Ausgaben von rund 14,2 Millionen Euro standen Einnahmen von rund 14 Millionen Euro gegenüber. Im Vorjahr hatte das Defizit bei knapp 3,6 Millionen Euro gelegen und auch für das aktuelle Jahr wird bei Ausgaben von etwa 16 Millionen Euro ein Minus von 1,5 Millionen erwartet.

Eintritt bisher kostenfrei

Die Einnahmen des Doms stammen aus unterschiedlichen Quellen: Der größte Anteil kommt mit rund einem Drittel vom gemeinnützigen Zentral-Dombau-Verein, der den Erhalt der Kathedrale fördert. Weitere Mittel stammen etwa vom Land NRW und der Stadt Köln, dem Erzbistum, aus Spenden und Eintrittsgeldern für Turm und Schatzkammer.

Bisher ist der Zutritt in die zum Weltkulturerbe gehörende Kathedrale grundsätzlich kostenfrei. Nur für die Domschatzkammer und den Turmaufstieg wird Eintritt verlangt. Der Kölner Dom gehört seit 1996 zum Weltkulturerbe der Unesco. Er ist der größte gotische Kirchenbau Deutschlands. Nach einer Gesamtbauzeit von 632 Jahren wurde er 1880 fertiggestellt.