"Sofortiges Ende der Gewalt im Nahen Osten"

Frank Hammerschmidt/dpa/dpa-tmn
Friedensverbände fordern
"Sofortiges Ende der Gewalt im Nahen Osten"
Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran sind bei der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) auf deutliche Kritik gestoßen. Die beiden Friedensverbände forderten ein sofortiges Ende der Gewalt und eine Rückkehr zu Gesprächen unter Einbeziehung der Vereinten Nationen.

Ihre Forderungen teilten die beiden Verbände in einer Presseerklärung am Montag (2. März) mit. Darin kritisiert Jan Gildemeister, der Geschäftsführer der AGDF: "Der Angriffskrieg von USA und Israel ist ein weiterer Bruch des Völkerrechts und schwächt internationales Recht und Institutionen weiter". Jens Lattke vom Sprecherteam der EAK ergänzt ihn: "Unabhängig von dem Schreckensregime im Iran wird das Völkerrecht und damit auch die Glaubwürdigkeit westlicher Politik weiter ausgehöhlt." Die Tötung von politischen und militärischen Führern führe nicht zu einem - durchaus wünschenswerten - Regimewechsel.

Das Regime unterdrücke seine Bevölkerung und unterstütze Terrorgruppen in anderen Staaten. Es war und sei Aufgabe der Weltgemeinschaft, diesem Regime jegliche Unterstützun zu entziehen und es damit zu schwächen. Einen Sturz der Machthabenden müsse aber die iranische Bevölkerung selbst erreichen, sagte Jan Gildemeister in der Erklärung.

Aus Sicht von Jens Lattke habe jetzt eine weitere Eskalation des Krieges begonnen, da auch der Libanon betroffen sei. Der Krieg wirke sich bereits weltweit auf Handel, Wirtschaft und Verkehr aus, warnt der Friedens- und Umweltbeauftragte der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Und betonte in der Pressemitteilung: "Die Opfer sind die Menschen im Iran, besonders in Teheran, aber auch in den Golf-Anrainer-Staaten, im Libanon und in Israel, die unter den Raketenangriffen leiden."

 

Laut Presseerklärung unterstützen AGDF wie EAK nachdrücklich die Aufrufe des Ökumenischen Rates der Kirchen wie auch des Papstes nach einem Ende der Kampfhandlungen und einem Stopp der Spirale der Gewalt: "Militärische Gewalt bringt keinen Frieden und löst keine Konflikte, sondern sorgt nur für neue Gewalt und neuen Krieg", so Jan Gildemeister. Hier erhoffen sich beide Verbände auch ein deutlicheres Wort der Bundesregierung und der Europäischen Union.