Für Exil-Iraner ist es nach den Worten des iranischen evangelischen Theologen Mehrdad Sepehri Fard sehr schwierig, in den Kriegstagen Informationen über Angehörige im Iran zu erhalten. "Sie machen sich große Sorgen, alle haben Eltern, Brüder, Schwestern oder andere Angehörige im Iran, und sie können nicht kommunizieren", sagte der Theologe der "Fachstelle Seelsorge für persischsprachige Christen" in Westfalen" in Paderborn.
Das Internet sei im Iran lahmgelegt, auch Telefone funktionierten nicht, erklärt Sepehri Fard. Es gebe nur die begrenzte Möglichkeit über das Satellitensystem Starlink, aber die Möglichkeit hätten nicht alle.
Einerseits herrsche eine sehr angespannte Atmosphäre im Iran, berichtet der Theologe über seine Gespräche. "Alle Menschen sind gegen einen Krieg und es ist belastend, wenn ein anderes Land uns angreift." Viele Menschen im Iran sähen jedoch den Krieg zugleich als letzte Chance gegen das Regime. "Die Menschen wissen, dass sie mit bloßen Händen und Steinen gegen die Revolutionsgarde nichts ausrichten können." Seit Jahrzehnten habe es auf den Straßen Proteste gegeben. "Die Antwort war immer die gleiche: Kugeln, Gewalt, Vergewaltigung, Hinrichtung."
Es gebe bei den in Deutschland lebenden Iranern einen gestiegenen Bedarf an seelsorglichen Gesprächen, sagte Sepehri Fard. Es würden Gottesdienste gefeiert, um Solidarität mit den Menschen im Iran zu zeigen. Die Kirche bietet auch einen Raum für Trauer, wenn Menschen nicht an einer Trauerfeier für Angehörige im Iran teilnehmen können. Als Vertreter der westfälischen Landeskirche, der für iranische Christen zuständig ist, gehöre es auch zu seinen Aufgaben, zu zeigen, dass die Kirche auf der Seite von Menschenrechten und gegen Gewalt stehe.


