UN-Hochkommissar Türk kritisiert Eskalation der Gewalt im Südsudan

UN-Hochkommissar Türk kritisiert Eskalation der Gewalt im Südsudan
Fast 190 Tote allein im Januar: Der UN-Hochkommissar Volker Türk ruft angesichts der jüngsten Gewalt im Südsudan zu einer Waffenruhe auf.

Nairobi, Genf (epd). Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat sich besorgt über den Anstieg der Gewalt gegen Zivilisten im Südsudan geäußert. Bei einer Sitzung des UN-Menschenrechtsrates in Genf am Freitag rief Türk zu einer sofortigen Waffenruhe auf. Die „vergessene Krise“ im Südsudan habe sich in den vergangenen drei Monaten extrem verschärft. Allein im Januar seien mindestens 189 Menschen bei Angriffen auf Dörfer getötet worden, sagte Türk.

Auch in dieser Woche hätten Regierungstruppen ein Dorf in der Region Jonglei angegriffen. Mindestens 21 unbewaffnete Zivilisten seien erschossen worden, darunter Frauen und Kinder. Entführungen und der Einsatz von sexueller Gewalt als Kriegswaffe hätten ebenfalls zugenommen, sagte Türk.

Unabhängigkeit erst vor wenigen Jahren

Der Südsudan ist das jüngste Land Afrikas und erlangte 2011 die Unabhängigkeit vom Sudan. Danach eskalierten politische Konflikte zu einem Bürgerkrieg, der 2018 mit einem Kompromiss und einer gemeinsamen Regierung von Präsident Salva Kiir und Riek Machar als Vizepräsident endete. Die beiden Politiker hatten im Bürgerkrieg verfeindete Lager angeführt.

Die seither geschlossenen Friedensabkommen wurden wiederholt gebrochen. Nach seiner vorläufigen Amtsenthebung muss sich Machar vor Gericht verantworten. Ihm und sieben anderen Angeklagten werden Verrat, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Mord vorgeworfen.