Rollstuhlfahrer Lucas testet inklusive Mode

Rollstuhlfahrer Lucas
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Rollstuhlfahrer Lucas shoppt in der in 4. Folge von Wheel Life inklusive Kleidung.
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Rollstuhlfahrer Lucas testet inklusive Mode
Das evangelische Magazin Indeon.de war mit Lucas für "Wheel Life" bei Claire in Mannheim. Sie designt inklusive Mode und zeigt ihm, worauf sie achtet.

Wenn Kleidung nur ungefähr sitzt, merkst du das schnell im Alltag. Du zuppelst ständig, Stoff staut sich an den falschen Stellen und das Outfit wirkt zwar okay, trägt sich aber nicht angenehm.

In der Serie "Wheel Life" zeigt Lucas Zehnle seinen Alltag im Rollstuhl und testet, wie inklusiv unsere Welt wirklich ist. In dieser Folge geht es um ein Thema, das viele unterschätzen: Kleidung.

Für Lucas als Rollstuhlfahrer bringt Mode noch mal andere Probleme mit sich. "Hosen sind oft zu lang und zu weit. Hemden sind zu eng und unten auch zu lang"‚ erklärt er. 

Lucas Probleme im Kleiderschrank

Beim Blick in seinen Kleiderschrank wird schnell klar: Mode von der Stange berücksichtigt die Bedürfnisse im Sitzen oft nicht ausreichend. Ein Jackett sitzt oben an den Schultern zu eng und wird unten zu lang. Eine leichte Sommerhose flattert am Schienbein, weil zu viel Stoff übrig bleibt. Diese Passform-Probleme sind nicht nur eine Stilfrage. Sie beeinflussen, wie wir uns bewegen und ob wir uns in unserer Kleidung wohlfühlen.

Was inklusive Mode bedeutet

Inklusive Mode denkt verschiedene Körper, Lebensrealitäten und Einschränkungen mit. Es geht nicht nur Optik, sondern auch darum, wie Kleidung im Sitzen, beim An- und Ausziehen und bei körperlichen Einschränkungen im Alltag funktioniert. Ziel ist es, Barrieren abzubauen, statt neue zu schaffen.

Für Menschen mit Behinderung kann inklusive Mode den Alltag erleichtern. Sie vermeidet beispielsweise Druckstellen, unterstützt die Beweglichkeit und reduziert ständiges Nachjustieren. Weil Anziehen und Tragen einfacher werden. stärkt sie Selbstständigkeit.

So designt Claire Common inklusive Mode

In dieser Folge von "Wheel Life" besucht Lucas die Designerin Claire Common in Mannheim. Gemeinsam schauen sie sich an, warum Kleidung oft nicht für den Alltag im Rollstuhl gemacht ist – und wie es besser sein kann. In ihrem Laden zeigt Claire, wie inklusive Mode praktisch funktioniert. Sie entwickelt Kleidung mit Funktion und erklärt an konkreten Beispielen, worauf es ankommt. Es geht nicht um Sonderlösungen, sondern um durchdachte Schnitte und Materialien für den Alltag im Rollstuhl.

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Eine Weste von Claire zeigt das besonders deutlich. Statt einer klassischen Seitennaht verläuft die Naht vorne und hinten. "Die Nähte verhindern dort Druckstellen, wo du dich im Alltag im Rollstuhl abstützt", erklärt Claire. Auch die Länge spielt eine zentrale Rolle. Was im Stehen "zu kurz" wirkt, funktioniert im Sitzen oft besser. Kürzere Schnitte verhindern, dass sich Stoff staut und sorgen für eine klare Silhouette. Lucas merkt das sofort: Zu lange Hemden muss er sonst nach innen schlagen. Genau das soll inklusive Mode vermeiden. 

Lucas probiert die Weste an. "Sieht gut aus, gefällt mir", sagt er. Die Weste passt zu seinen Proportionen, trägt nicht auf und stört auch nicht beim Fahren im Rollstuhl. 

Warum Materialien entscheidend sind

An einem ihrer Hoodies zeigt Claire Lucas, wie wichtig Material ist. Ein gestrickter Stoff bringt mehrere Vorteile:

  • ist dehnbar und er leichtert das An- und Ausziehen
  • hat wenig Nähte, die reiben könnten
  • gleicht Temperaturen aus (wärmend oder kühlend)

Auch hier zählt die Konstruktion der Kleidung. Vorne kürzer, hinten länger: So staut sich vorne weniger Stoff, während der Rücken und die Nieren ausreichend bedeckt bleiben. Das reduziert Nachjustieren und verbessert den Tragekomfort im Alltag.

So entsteht inklusive Mode

Inklusive Mode beginnt im Designprozess. Schnittführung, Nahtposition, Materialwahl und Proportionen im Sitzen entscheiden darüber, ob sie funktioniert. Sie muss Druckstellen vermeiden, Beweglichkeit zulassen und ohne Anpassungen im Alltag tragbar sein. 

Gleichzeitig geht es nicht nur um Funktionen. Gute inklusive Mode verbindet Funktion mit Ästhetik. Kleidung soll passen und nicht wie ein Kompromiss wirken.

Lucas Fazit zu inklusiver Mode

"Mode kann Barrieren abbauen oder aufbauen, das habe ich heute gelernt", sagt Lucas am Ende der Folge. Wenn Kleidung auf die Realität von Menschen mit Behinderung eingeht, wird Teilhabe im Alltag spürbar: beim Anziehen, im Sitzen, beim Bewegen und im eigenen Auftreten. Genau deshalb ist inklusive Mode mehr als ein Nischenthema. Sie ist ein Beitrag dazu, dass Menschen sich so kleiden können, wie sie möchten.

evangelisch.de dankt indeon.de für die inhaltliche Kooperation.