Berlin (epd). Die elektronische Patientenakte (ePA) bleibt nach Auffassung des Bundesverbands der Verbraucherzentralen hinter den Erwartungen zurück. Die ePA müsse „zügig im Sinne der Versicherten weiterentwickelt werden“, teilte der Bundesverband am Mittwoch in Berlin mit. Es fehlten zentrale Funktionen wie digitale Impf- oder Bonushefte.
Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Verbraucherzentrale verwaltet eine große Mehrheit (71 Prozent) ihre ePA nicht aktiv. Nur eine Minderheit allerdings (9 Prozent) hat sie löschen lassen. Für die Untersuchung hatte Forsa Anfang November 1.037 Menschen telefonisch befragt.
Zu den Gründen ihrer Nicht-Nutzung gaben 75 Prozent der Befragten an, sie hätten sich mit der ePA noch gar nicht beschäftigt. 33 Prozent sahen in ihr keinen Nutzen. 13 Prozent führten Datenschutzbedenken und Sorgen um die Sicherheit ihrer Daten an.
Nachbesserungen gefordert
Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, forderte für die ePA eine Möglichkeit, genau einzustellen, welche Praxis Zugriff auf welche Informationen habe. „So möchten Patientinnen und Patienten möglicherweise psychotherapeutische Befunde mit der Hausarztpraxis teilen, jedoch nicht unbedingt mit der Zahnarztpraxis“, erläuterte Pop.
Es bestehe weiter erheblicher Aufklärungsbedarf, hieß es weiter. Nur ein Viertel der Befragten wisse beispielsweise, dass ihre anonymisierten Daten künftig zu Forschungszwecken verwendet werden dürften.


