UN-Bericht: Migranten sind in Libyen Opfer schwerer Verbrechen

UN-Bericht: Migranten sind in Libyen Opfer schwerer Verbrechen
Tötungen, Folter, sexuelle Gewalt und Menschenhandel: Migranten und Flüchtlinge müssen in Libyen mit dem Schlimmsten rechnen.

Genf (epd). Migranten, Flüchtlinge und Asylsuchende sind in Libyen laut dem UN-Hochkommissariat für Menschenrechte Opfer von systematischen Verbrechen. Unter den Straftaten seien Tötungen, Folter, sexuelle Gewalt und Menschenhandel, erklärte das UN-Hochkommissariat am Dienstag in Genf.

Ein gemeinsamer Bericht des Hochkommissariats und der UN-Unterstützungsmission in Libyen kommt zu dem Schluss, dass Migranten von kriminellen Schleusernetzwerken, die oft Verbindungen zu den libyschen Behörden hätten, zusammengetrieben und entführt würden. Migranten würden von ihren Familien getrennt, festgesetzt und ohne ordentliches Verfahren, oft unter Waffengewalt, in Haftanstalten gebracht.

Sklaverei und Zwangsprostitution

In der Haft seien Migranten regelmäßig Misshandlungen ausgeliefert, darunter Sklaverei, Zwangsprostitution, Lösegeldforderungen, Erpressung sowie die Beschlagnahmung ihrer Habseligkeiten und der Ausweispapiere.

Der Bericht deckt den Zeitraum von Januar 2024 bis Dezember 2025 ab und basiert auf Interviews mit knapp 100 Migranten, Asylsuchenden und Flüchtlingen aus 16 Ländern in Afrika, dem Nahen Osten und Südasien.

Viele Migranten und Flüchtlinge schlagen sich nach Libyen durch, um von dort aus über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Das nordafrikanische Land befindet sich in einer politischen und wirtschaftlichen Dauerkrise, in Teilen herrschen Gewalt und Gesetzlosigkeit.