DIW-Chef Fratzscher für Abschaffung von Minijobs

DIW-Chef Fratzscher für Abschaffung von Minijobs

Berlin (epd). Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, plädiert für die Abschaffung der Minijobs. Die geringfügigen und sozialabgabenfreien Beschäftigungen seien „eine Riesenhürde auf dem Weg hin zu mehr Beschäftigung und damit zu mehr Wachstum“, sagte er dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Dienstag).

Wer mehr verdienen wolle, müsse wegen der dann anfallenden Abgaben „viel mehr arbeiten, um auf eine vernünftige Summe oberhalb von 603 Euro zu kommen. Das schafft Anreize, es gar nicht erst zu versuchen“, erläuterte Fratzscher. Man sollte die Minijobs daher streichen.

Rund sieben Millionen Minijobber

„Allenfalls eine Begrenzung auf Studierende und Rentner wäre sinnvoll“, fügte der DIW-Chef hinzu. Gleichzeitig kritisierte er, dass die Politik „so hartnäckig“ an den Minijobs festhalte. Dies zeuge von einem längst überholten Familienbild. In Deutschland haben rund sieben Millionen Menschen derzeit einen Minijob, die Mehrzahl davon sind Frauen.