Bonn (epd). Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) hat die Politik dazu aufgerufen, bei der Münchner Sicherheitskonferenz neue Initiativen zur Rüstungskontrolle und Abrüstung zu starten. Vor allem die „nukleare Eskalation“ müsse gestoppt werden, mahnte der Vorsitzende des evangelischen Dachverbandes, Jochen Cornelius-Bundschuh, am Donnerstag in Bonn. Nach dem Auslaufen des letzten Atomwaffensperrvertrages zwischen den dominierenden Atommächten USA und Russland am 5. Februar drohe „ein neuer Wettlauf um noch tödlichere Nuklearwaffen“, beklagte der frühere badische Landesbischof. Auch die sieben kleineren Atommächte, allen voran China, modernisierten ihre nuklearen Waffenarsenale.
In der Folge dächten zudem immer mehr Staaten über eigene Atomwaffen nach, die sich nicht mehr durch die bisherige internationale Sicherheitsarchitektur geschützt sähen, wie etwa Japan, Südkorea, die Türkei oder Polen, erklärte Cornelius-Bundschuh. Nach Auskunft von Experten hätten gegenwärtig etwa 40 Staaten die technischen Möglichkeiten und auch das nukleare Material, eine Atombombe zu bauen.
Bundschuh: Zahl der Atommächte darf nicht steigen
„Je mehr Atomwaffen existieren und je mehr Staaten über Atomwaffen verfügen, umso größer ist die Gefahr eines mit Nuklearwaffen ausgetragenen Krieges“, warnte der AGDF-Vorsitzende. Deshalb dürfe die Zahl der Atommächte nicht steigen. Der Friedensverband appellierte an die politisch Verantwortlichen, sich auf der Münchner Sicherheitskonferenz für eine strategische Pause einzusetzen, „in der die Atommächte auf den Ausbau und die Modernisierung ihrer Arsenale verzichten und in Verhandlungen einsteigen“.
Die 62. Münchner Sicherheitskonferenz findet vom 13. bis 15. Februar in München statt. Zu der internationalen Tagung zu sicherheits- und verteidigungspolitischen Themen werden nach Angaben der Veranstalter fast 50 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt erwartet, darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).
Die Aktionsgemeinschaft ist ein Zusammenschluss von rund 30 Organisationen im Bereich der evangelischen Kirche, die im In- und Ausland Friedensarbeit leisten.


