Deutlich mehr Geflüchtete verlassen Deutschland mit Staatshilfe

Deutlich mehr Geflüchtete verlassen Deutschland mit Staatshilfe
2025 haben deutlich mehr Geflüchtete finanzielle Hilfe zur Rückkehr in ihr Herkunftsland genutzt als im Jahr davor. Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entfiel fast die Hälfte der Fälle auf die Türkei und Syrien.
02.02.2026
epd
Von Christina Neuhaus und Gabriele Fritz

Berlin (epd). Die Zahl der Geflüchteten, die Deutschland mit staatlicher Unterstützung wieder verlassen, ist deutlich gestiegen. 2025 nutzten 16.576 Menschen das entsprechende Förderprogramm, wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) am Montag mitteilte. Im Vorjahr waren es demnach 10.358 Menschen. Über die Zahlen hatten zuerst die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichtet.

Laut dem Bundesamt entfiel ein Großteil der Fälle 2025 auf die Zielländer Türkei (4.432 Menschen) und Syrien (3.678). Dahinter folgten Russland, Georgien, der Irak, Kolumbien und Nordmazedonien. Ebenfalls in den Top Ten der Herkunftsländer waren Armenien, Aserbaidschan und Venezuela. Die Steigerung der Gesamtzahl an geförderten Ausreisen um rund 60 Prozent sei „ein wichtiger Baustein in der Migrationswende“, erklärte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU).

Flugkosten und Starthilfe

Das Programm „Reag-Garp“ fördert die freiwillige und auf Dauer angelegte Rückkehr von Geflüchteten in ihr Herkunftsland oder in einen Drittstaat, in dem sie langfristig bleiben können. Das Bamf übernimmt unter anderem Flugkosten für die Ausreise und zahlt eine Starthilfe von 1.000 Euro pro Erwachsenem sowie 500 Euro für Kinder und Jugendliche. Für die Finanzierung des Programms sind Bund und Länder gemeinsam zuständig.

Einen Antrag können sowohl Menschen im Asylverfahren stellen als auch solche, die noch kein Asyl beantragt haben, deren Asylgesuch abgelehnt wurde, die asylberechtigt sind oder geduldet werden. Für die Unterstützung nach der Rückreise gibt es noch andere Programme. Die konkreten Fördermöglichkeiten hängen unter anderem von der Staatsangehörigkeit ab.

Im Rahmen von „Reag-Garp“ war die Förderung einer Rückkehr nach Syrien wegen des Bürgerkriegs zeitweise ausgesetzt worden; sie wurde im Januar 2025 wieder aufgenommen. Bis Ende Dezember reichten laut Bamf 5.976 Menschen, die freiwillig nach Syrien zurückkehren wollten, einen Antrag ein. Von diesen reisten 3.678 bereits aus.

Programm existiert seit mehr als 40 Jahren

Auch Afghanistan als Zielland wurde den Angaben zufolge Anfang 2025 wieder in das Programm „Reag-Garp“ aufgenommen. Hier ist das Interesse aber gering: 2025 gab es laut Bamf 161 Anträge, 62 Menschen reisten tatsächlich aus.

„Reag-Garp“ steht für „Reintegration and Emigration Programme for Asylum-Seekers in Germany/Government Assisted Repatriation Programme“. Das auf die Rückkehr fokussierte Programm „Reag“ gibt es dem Bamf zufolge bereits seit 1979, zehn Jahre später kamen mit „Garp“ zusätzliche Leistungen für die Integration im Zielland hinzu. Der Behörde zufolge wurden bisher mehr als 700.000 freiwillige Ausreisen gefördert.