Genf (epd). Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat die Gewalt der Militärjunta gegen die Bevölkerung bei den Parlamentswahlen in Myanmar angeprangert. Laut glaubwürdigen Quellen seien während der Wahlperiode von Dezember bis Januar 2026 bei Luftangriffen 170 Zivilisten getötet worden, erklärte Türk am Freitag in Genf.
Berichten zufolge wurden demnach Mitte voriger Woche etwa in der Gemeinde Bhamo im Bundesstaat Kachin bei einem Luftangriff auf ein Wohngebiet bis zu 50 Zivilisten getötet. Um jegliche Opposition einzudämmen, habe das Militär 324 Männer und 80 Frauen unter Berufung auf ein Wahlschutzgesetz verhaftet und hohe Strafen verhängt.
Landesweit hätten Sicherheitskräfte Bürgerinnen und Bürger zum Wählen genötigt. Andererseits hätten bewaffnete Gruppen, die sich gegen das Militär stellen, einige Wahllokale und Beamte angegriffen. Türk kritisierte auch, dass Oppositionelle und ethnische Minderheiten von den Wahlen ausgeschlossen wurden.
Militärputsch vor fünf Jahren
Das Militär hatte die Parlamentswahlen angeordnet, deren dritte und letzte Phase vor wenigen Tagen abgeschlossen wurde. Vertreter der Vereinten Nationen sprechen von Scheinwahlen. Wie zu erwarten hat die der Militärjunta nahestehende Partei USDP einen hohen Sieg in beiden Kammern errungen.
Vor fünf Jahren, am 1. Februar 2021, hatten sich die Militärs unter Min Aung Hlaing an die Macht geputscht und die gewählte Regierung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi abgesetzt. Von Anfang an ging die Armee mit Gewalt gegen Oppositionelle und ethnische Minderheiten vor.


