Bukele ermuntert Nachbarn Costa Rica zu hartem Kurs gegen Kriminelle

Bukele ermuntert Nachbarn Costa Rica zu hartem Kurs gegen Kriminelle
Der salvadorianische Präsident besucht Costa Rica. Die Visite im Wahlkampf dort, wo ein Gefängnis gebaut werden soll, setzt ein Zeichen.

San José, Mexiko-Stadt (epd). Der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, hat am Mittwoch (Ortszeit) den Ort La Reforma in Costa Rica besucht, wo der Bau eines Hochsicherheitsgefängnisses geplant ist. Er war dazu vom costa-ricanischen Präsidenten Rodrigo Chaves eingeladen worden, wie die Zeitung „La Nación“ berichtete. Am 1. Februar finden in Costa Rica Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Bukele warb bei seinem Besuch im Nachbarland dafür, seinem repressiven Kurs bei der Bekämpfung von Bandenkriminalität zu folgen.

Der Oberste Wahlgerichtshof hatte am Montag einen Antrag eines Costa Ricaners zurückgewiesen, der den Besuch Bukeles mitten im Wahlkampf verhindern wollte. Gleichzeitig wies das Gericht jedoch darauf hin, der Präsident des Nachbarlandes dürfe sich nicht „für oder gegen eine der zur Debatte stehenden politischen Optionen“ äußern.

Mehr Gewalt in Costa Rica

El Salvador hatte 2022 einen Ausnahmezustand verhängt und hält Zehntausende Menschen unter dem Verdacht der Bandenmitgliedschaft in Haft, viele ohne Urteil und unter brutalen Haftbedingungen. Die neue Haftanstalt in Costa Rica soll Plätze für 5.100 gefährliche Häftlinge bekommen. Die Regierung verspricht, die Menschenrechte der Insassen zu wahren.

Unter dem rechtspopulistischen Präsidenten Chaves verzeichnete Costa Rica eine Zunahme der Gewalt. Im vergangenen Jahr registrierte das zentralamerikanische Land 873 Morde, eine Rate von 16,7 Morden pro 100.000 Einwohner.